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2008 Skandinavien 24.05.2008 - 21.06.2008
Samstag, 24.05.2008, Schweiz - Northeim  Eigentlich wollten wir gestern abfahren. Doch waren für uns beide die letzten zwei  Wochen strapaziös und unser WOMO immer noch nicht  startklar, dass wir beschlossen, erst eine Mütze voll Schlaf zu tanken, bevor wir uns  - Reisefiber vermutlich – am Morgen um 5.00 Uhr auf den Weg zum WOMO begeben, die restlichen Utensilien verstauen, übrigens nicht definitiv, denn bei Platzmangel muss stets umorganisiert werden, und unsere Nasen in den Wind unserer grossen Abenteuerfahrt hängen. In Schaffhausen tanken wir noch einmal zu Schweizer Konditionen auf, wer weiss schon, wie sich die Benzinkosten in den EU-Ländern in den kommenden 4 Wochen entwickeln werden. Horrorszenarien haben gute Freunde uns genügend mit auf den Weg gegeben und Forumsberichte haben uns gewarnt, sodass wir uns seelisch und moralisch auf alles Mögliche eingestellt haben. 12:30 Uhr halten wir, um unser erstes Picknick auf einem Rastplatz 100 km vor Kassel mit Bratwurst, Bratkartoffeln und Salat zu feiern. Die Sonne scheint…. Wenn Engel reisen … KM: 71‘717 – 72‘360
Sonntag, 25.05.2008, Northeim - Arensburg  9.30 Uhr fahren wir bei leichtem Sprühregen ab. Wir tanken für € 100.00,  da überlegt man, wie mit dem Gaspedal umzugehen ist. Wir fahren durch den Harz über Salzgitter …; am Wegrand Margeriten, Wiesensalbei, Ginster, blaue Lupinen; in der Lüneburger Heide sehen wir ein Rudel Rehe aber keine „Heidschnucken“. Hamburg lassen wir links liegen; in Ahrensburg machen wir Zwischenhalt, schauen das Wasser-Schloss an, das einen artenreichen, gepflegten Park mit blühenden Rhododendren in allen Farben hat. Vor dem „Rauchhaus“ essen wir draussen gediegen norddeutsche Fischtapas. Der Wirt ist ein echtes Original, wie auch schon auf Rügen in Fischbeizen erlebt. Wir tätigen letzten Grosseinkauf, haben Mühe, alles zu verstauen!!!! Wir biegen von der Hauptstrasse ab und fahren auf der 507 Richtung Dahme: Genau 1 Minute vor 18.00 Uhr erreichen wir Eurocamping Zedamo, der sehr schön gelegen und sauber ist. Fredi installiert eine Ewigkeit die Satelliten- Schüssel, aber hat mit seiner Ausdauer Erfolg. Tartar ist schnell zubereitet und gegessen. Ein Spaziergang auf dem Deich, durch Sand und gegen den Wind ist herrlich erfrischend. Ich fühle mich so richtig durchgepustet und schlafe tief. KM: 72‘360 – 72‘730
Montag, 26.05.2008, Fähre Puttgarden - Ahus  Meine Duschmarke funktioniert nicht; ich dusche eiskalt und kehre total durchgefroren ins WOMO zurück. 10.15 starten wir von Dahme Richtung Puttgarden, nehmen die Fähre nach Dänemark  (€ 61.00) 1 Std. von 11.20 – 12.20 Uhr bei grauem Himmel, böigem Wind und 13°. Es fängt auch an zu fieseln. Die Fähre fasst ausser Lastwagen und Autos auch einen Zug von max. 118 m Länge. Dänen und Schweden haben anscheinend in D gross eingekauft: Wir sehen Autos, die offen ihre Ladeflächen mit Grosspackungen Bier, Schnaps und Wein beladen haben. Wegen des schlechten Wetters fahren wir weiter in Richtung Kopenhagen über die riesige neue Brücke bei Regen, böigem Wind von Windstärke 7 voll auf die Breitseite. Fredi hat das Gefährt mit aller Kraft im Griff, aber ich schwitze Blut und Wasser; gesehen hätte ich wohl auch bei schönem Wetter kaum etwas!!! Wir fahren weiter von Malmö nach Kristianstad auf der E 22, in der Hoffnung, doch noch etwas von dem versprochenen Hoch zu ergattern. In Åhus finden wir einen Campingplatz „Regenbogen“ unter Föhren. Ein langer Spaziergang an die Ostsee, wo Strandhäuschen in den Dünen Erinnerungen wecken, rundet den Tag ab.  KM: 72‘730 – 73‘077
Dienstag, 27.05.2008, Ahus - Oeland Wir erwachen bei herrlichstem Sonnenschein, frühstücken und packen schnell unsere Sachen zusammen. Von Åhus geht’s Richtung Kalmar. In Trolle Ljungby bestaunen wir einen sehr gepflegten Gutshof, typischer Klinkerbau mit Stallungen und Parkanlage. Mittagspause in Ronnebylänn an einer kleinen Bucht mit Park und Yachthafen. Wir treffen 2 Ehepaare, die ihre 50-jährige Freundschaft auf einer gemeinsamen Reise durch Schweden feiern, und sich freuen, dass uns Schweizern Schweden gefällt. In Brømsebrö entdecken wir eine alte Mühle von 1645; wir staunen, dass sie offen und ohne Eintritt zu besichtigen ist. Von Kalmar geht’s über die Brücke auf die Insel Öland, ein einzigartiges Naturreservat. Hier gab es einmal 2000 Windmühlen, von denen noch einige erhalten sind. Kleine Windmühlen für die Wasserversorgung werden immer noch betrieben. Dünen, Heide, Kraniche, Fasanen, Strandläufer, Kibitze,… Orchideen in Kleinstform, steinige Steppenheide, das ist Stora Akvaret. Wir suchen die östliche Strasse, die uns Richtung Süden führen soll, erreichen im Zick Zack und nach einigen Irrfahrten den Campingplatz in Albyboden am südlichen Teil der Insel. Der Platzwart ist nur am Morgen von 9.00-10.00 anwesend. Elektroanschlüsse sind offen, WC und Duschen nur mit Code benutzbar. Doch ein netter Holländer verrät uns diesen, sodass auch unsere Pflege nicht zu kurz kommt! Fredi grillt Koteletts, dazu gibt’s Kartoffelsalat du chef, anschliessend einen Verdauungsspaziergang am Strand entlang, wo man von einem „Hochsitz“ aus die Strandvögel beobachten kann und einen weiten Blick auf die Ostsee hat. KM: 73‘077 – 73‘333
Mittwoch, 28.05.2008, Oeland - Vastervik 10.30 Abfahrt, nachdem alles verstaut, entsorgt und wieder aufgefüllt ist, was immer einige Zeit in Anspruch nimmt. Um den „Langen Jan“, - in Ottenby mit 48 m der höchste Leuchtturm Skandinaviens - zu sehen, fahren wir bis zur südlichen Spitze von Öland. Der Leuchtturm wurde aus den Steinen der Gustav-Karl-Kapelle gebaut, von der nur noch ein Kreuz an ihre damalige Existenz erinnert. Immer wieder sind Kühe auf dem Weg, und wir müssen geduldig warten, bis sie uns bereitwillig Platz machen. Bei Degershamn entdecken wir einen Grabhügel und Menhire, kleiner zwar als in der Bretagne, aber gut erhalten. Immer wieder faszinieren blühende wilde Fliederhecken, Schafherden und Pferdegestüt. Kalmar hat ein wunderschönes Zentrum mit Fussgängerzone und einladenden Restaurants, vor denen die Gäste sich sommerlich ergehen. Wir suchen einen Mittagsplatz und finden ihn vor Mönsteras neben einer Karamelfabrik am Waldrand. Hier blühen Maiglöckchen und eine spezielle Sorte Nelken. In Västervik auf dem 75-Jahre alten Campingplatz im Föhrenwald am See endet unsere heutige Route. Mit einer Wanderung über kleine Brücken von einem Inselchen zum andern durch Föhrenwald und auf eiszeitlich abgeschliffenen Steinwällen geniesse ich den herrlichen Abend, während Fredi kocht. Zu Fisch, Kefen, Schwenkkartoffeln gibt’s Côte du Rhône, solange der Vorrat reicht! KM: 73‘333 – 73‘602
Donnerstag, 29.05.2008, Vastervik - Vaxholm Am Morgen überlegen wir lange, ob wir noch einen Tag hier bleiben wollen, weil es wirklich ein paradiesisches Plätzchen ist und auch Fredi noch eine Wanderung macht, während ich die andere Seite der weit verzweigten See Arme erkunde. Doch es drängt uns auch weiter nach Stockholm. Mittagspause auf dem Tintomara Parkplatz. Der Campingplatz bei Brädeng vor Stockholm passt uns nicht; deswegen fahren wir weiter 1 Stunde durch Stockholms Feierabendverkehr. Wir sehen viel Industrie und riesige Wohnblöcke. Die Altstadt hingegen ist sehr schön. Auf der Strasse 274 fahren wir in  Richtung Vaxholm; unsere Abkürzung über Burgersund erweist sich als Umweg, ist aber ein herrliches Waldsträsschen. Um 17.30 erreichen wir endlich den Campingplatz Ericsö, dessen Rezeption eigentlich ab 17.00 Uhr geschlossen ist. Netterweise bekommen wir noch einen Schlüssel für Platz, Strom, WC / Duschen. Nach Bratwurst, Rösti, Spaziergang entlang des Meeresarmes (der Kuckuck ruft, und ich habe wieder einmal kein Geld in der Tasche….), ein wenig PC und einem Absacker geht’s ab ins Bett. Wir treffen noch einen Thurgauer, der alleine unterwegs ist und alle Häfen nach Dampfschiffen absucht. KM: 73‘602 – 73‘935
Freitag, 30.05.2008 Vaxholm   10:20 sind wir für einen weiteren erlebnisreichen Tag startbereit. Tanken mit Karte ist ein Problem (max. 400 oder 600SEK). In Vaxholm besuchen wir den Hafen, sehen die Fähren, die Burg und finden einen staatlichen Spirituosenladen; wir füllen unsern Weinvorrat ein wenig auf. Unser Weg führt uns noch einmal über Stockholm, nach Norrtälje und Gävle. Wir finden Värdshus am See, ca 160 km vor Sundsval, wo wir pausieren und fahren um 16.00 Uhr weiter. Um 18.30 Uhr checken wir im Bye-Camping am Söränger Bye ein, einfach aber schön gelegen. Wir gehen – nach meinem obligaten Spaziergang – früh schlafen, da Fredi Halsschmerzen hat (Alcacyl, in der Nacht Aspirin C, am morgen trotzdem Fieber). Am Morgen kriecht er nach Neozitran in den Alkoven. Ich sitze am See und warte auf den Campingplatzbesitzer (ein Ossi mit Trabi!), da einkaufen vor Sonntag notwendig ist. KM: 73‘935 - 74‘415
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Samstag, 31.05.2008, Kalix Um 10:00 Uhr fahren wir doch weiter; im Liegen geht’s ihm schlechter als im Sitzen. Nach dem Einkaufen fahre ich durch Wälder, Berge über Brücken und an Sunds vorbei, während Fredi meistens schläft. … und wir haben trotz all der Schilder am Strassenrand immer noch keinen Elch gesehen!!! (Sind diese nur dazu da, die Touristen bei Laune zu halten?) Ich fahre bis Kalix / Hamnkroa = nördlichster Campingplatz Schwedens am Bottnischen Meerbusen. Fredi isst nur Suppe und schläft sich gesund, während neben uns bei 12° Schweden ein Feuer auf dem Grillplatz anzünden, um sich – auch innerlich mit Mengen von Schwachstrom-Bier – zu wärmen. Währenddessen warte ich am Bodden gut eingepackt auf den Sonnenuntergang. KM 74‘415 – 74‘960
Sonntag, 01.06.2008, Tornedalen Finnland Ab 5:00 Uhr höre ich es regnen. Um 7.00 Uhr stehen wir trotzdem auf. Bis alles verstaut und Fredi mit Medikamenten versorgt ist, wird es 10:00 Uhr. Zertifikat für den Besuch dieses nördlichsten Campingplatzes ist bestellt und sollte spätestens Weihnachten in der Schweiz ankommen. Auf der 400 auf der schwedischen Seite fahren wir am Torneälven entlang bis zum Polarkreis in Jucksenkin, das sowohl auf schwedischer Seite wie auf finnischer Seite als Ort existiert  11:50 Uhr: Der letzte grosse „Stormarknad“ MAXI vor der finnischen Grenze hat sogar am Sonntag offen. Hauptsächlich Finnen kaufen hier ein; das lässt vermuten, dass es in Finnland noch teurer sein wird, weswegen auch wir unsere Vorräte auffüllen. Um 14:30 Uhr überschreiten wir den Polarkreis bei Juorgsenki auf der schwedischen Seite des Flusses Torneälven. Der Infopunkt ist noch geschlossen, Touristen erwartet man hier noch nicht, und wir werden ganz schön von Handwerkern angestarrt, die den Posten auf den Sommer vorbereiten. Als wir unsere Chicken-Curry-Nudelsuppe essen, sehen wir zwar keinen Elch aber seine „Kakerböllen“, und wir laufen am Fluss entlang und in den Wald hinein, weil hier durch die „Kakerböllen“ ein Wildwechsel markiert ist; vergeblich! Bei Pello geht’s über die Grenze nach Finnland  Kolari  Kittilä. Wir sehen die ersten Rentiere in einer kargen Landschaft: Torfmoor, dann Endmoräne / Dünensand; Bei hier warmen 22.5° sehen wir die ersten Schneeberge. Kittilä-Camping ist noch geschlossen; eine Russin will uns nur fürs Stellen des WOMOs 20€ abluchsen, WC und Sauna-Benutzung 10€ extra. Wir beschliessen weiter zu fahren: in Richtung Inari-See auf grüner Strasse (was normalerweise bedeutet, dass es hier landschaftlich besonders schön ist); sie führt uns wirklich durch Wald und Steppe, Rentiere äsen friedlich am Strassenrand; wir sehen Schneehasen, Fasanen…. Aber wir stukern auch über 37 km unbefestigte Strasse, auf der uns Einheimische wirklich mit 60 km/Std. entgegenkommen. Ich hab mächtig Angst um mein WOMO, aber Fredi meistert auch diese Etappe bravourös. Bei Pokka am Ende der Holperstrecke finden wir einen genialen Campingplatz; kein Mensch da; Fredi ist begeistert am Grillplatz tätig und feuert, um ein feines Filet zu grillen; anschliessend versucht er sein Glück beim Fischen und fängt wirklich 2 Fische am Kitinen. Ich mache einen Spaziergang durch das grosse Gelände und besuche Fredi auf der Brücke; es nieselt wieder. Pokka, so erzählt uns der nette Finne, der uns auch einen geräucherten Hecht schenkt, ist mit -51.6° der kälteste Ort Europas. Trotzdem scheinen die Leute hier sehr zufrieden zu sein. Sie leben vom Fischfang, Jagd auf Rentiere, Bären, Elche, Fasanen und andere Vögel sowie im Winter vom Ski-Doo-Verleih. KM: 74‘960 – 75‘394
Montag, 02.06.2008, Bei den Samen  Um 10:30 begeben wir uns in Richtung Irani-See. Auch er hat an seiner Küste – wie schon andere Seen vorher – noch eine dicke Eisdecke.  Wir sehen uns das Siida-Samen Museum an, das wirklich lohnenswert ist und wohl das grösste dieser Art. Wir picknicken bei Regen, 11° mit wärmender Suppe und Räucherhecht und dann geht’s mit 100 Sachen auf der E 92 berg- und talwärts, teilweise 10 % Gefälle. Die Landschaft wird immer karger, besonders bei Karigasniemi. Um 16.00 Uhr passieren wir die norwegische Grenze und wechseln zur E6. Kurze Zeit sieht es hier freundlicher, grüner aus, weil tiefer gelegen; Endmöränen und Dünen am Jiejohla-Fluss. Aber auch hier sind in den Bergen die Seen noch gefroren. Um 18.00 Uhr haben wir WOMO auf dem Campingplatz Lakselv am Lakselva-Fluss installiert. Es gibt Rentiergeschnetzeltes und Risotto. KM: 75‘394 – 75‘667
Dienstag, 03.06.2008, Havosund  Um 10.30 Abfahrt in Richtung Olderfjord Havøysund. Die Sonne scheint, der Wind bläst bei 12°. Wir haben es uns zur Regel gemacht, immer voll zu tanken, wenn wir eine Tankstelle sehen, also in Lakselv am Porsangerfjord bei einem Militärflugplatz! (Erfahrungswert!!!!) – Übrigens werden hier in dieser einsamen Gegend die Strassen häufig als Flugplatz benutzt. Schranken und Signale markieren diese. Am Indren- und Yteren Billefjord – Arme des Posangerfjords – entlang sieht man an der Färbung und am Lauf des Wassers gut, wenn durch die vielen Flüsse und Bäche Süsswasser in die Fjorde fliesst. Stromschnellen und imposante Wasserfälle lassen uns immer wieder anhalten. Mutig – bei grauem Himmel, starkem Wind und 8° - biegt Fredi auf die 889 ab, durch Steinöde, vorbei an Schieferskulpturen und steilen Felsen. Am Lillefjord / Revsbottn wärmen wir uns mit einer Suppe und schauen durchs Fenster den Möwen zu, wie sie geschickt Seeigel fischen, auf Steine fallen lassen, damit sie für sich oder zum Füttern ihrer Jungen das weiche Innere hervor holen können. Die weniger erfolgreichen versuchen, das Futter den anderen abzujagen. Endlich kommen wir am Fischerhafen Havøysund an, unser Nordkap auf dem 71. Breitengrad. Wir sind aus mehreren Gründen nicht zum Nordkap gefahren: schlechtes Wetter, keine Sicht, horrende Tunnel- und weitere Gebühren sowie Tourismusindustrie haben uns davon abgehalten. Wir sehen auch hier 2 Hurtigruten-Schiffe, und – da es keinen Fischladen gibt und auch in der Fabrik kein Fisch käuflich zu erwerben ist – schenkt uns ein netter Einheimischer 2 Riesen Kabeljaus. Jeder wiegt schätzungsweise 2.5 kg. Fredi filetiert den ersten in mühseliger Kleinstarbeit, und wir geniessen den wunderbar zarten Fisch. KM: 75‘667 – 75‘855
Mittwoch, 04.06.2008, Hovesund - Hamerfest Unser nächstes Etappenziel ist Hammerfest. Auch wenn das GPS sagt „Take the ferry“, fahren wir zurück nach Olderfjord, auf der E06 bis Skaidi und dann auf der 94 nach Hammerfest. Unterwegs halten wir bei der Insel Masøy, auf der vor 6000 Jahren eine Siedlung existierte. Damals war der Wasserstand 15 m höher als heute, die Insel mit Birken- und Föhrenwäldern bewachsen, jetzt sind nur Moos- und Flechten bewachsene Steine Zeugen vergangener Zeit. Der Wasserfall am Bakfjord ist gigantisch, ein Halt lohnt sich. Bei Kvalsund, unserm Picknickplatz, findet Fredi ein Rentiergeweih und putzt es im Schnee. Wir fahren weiter am Repparfjord entlang durch Tunnel und über eine Brücke zur Insel Kvaløya, auf der Hammerfest liegt. Der Campingplatz ist überbelegt: 25 Womos und Wowas mit Holländern, die hier auf einer organisierten Reise Zwischenhalt machen, sich mit Tischen, Stühlen auf dem einzig ebenen Platz vor dem WC zum Apéro treffen und später im Gänsemarsch – jeder mit seinen Bocciakugeln in der Hand – auf die übrigen Sandplätze verteilen. Ihnen zu zuschauen ist besser als Fernsehen! Eine Sächsin kommt zu uns und beschwert sich: „Gestern waren wir hier ganz alleine, heute diese lärmenden Holländer. Die wollen dann auch nach Tromsø. Man muss aufpassen, dass man ihnen nicht noch einmal begegnet.“ - Mich haben sie sehr nett zum Mittrinken eingeladen, aber ich habe Waschtag (140NK), will – bei 8° - draussen sitzen und ja nicht die Mitternachtssonne verpassen, denn wir geniessen einen strahlend blauen Himmel, und der Campingplatz liegt auf einer Anhöhe, sodass wir wirklich heute das Glück haben, das wir in Havøysund vermissten. Und wir harren bis Mitternacht aus, trotz eisigem Wind, und geniessen dieses einmalige Erlebnis! KM: 75‘855 – 76‘032