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Indian Summer in Kanada Fredis Kurzferien vom 10. bis 19.10.2010
10.10.2010  1.Tag Montreal - Québec Heute geht's also los mit meinem Abenteuer. Nachdem ich ja endlich wieder Zugang auf mein SWISS Meilen Konto hatte und feststellen musste, dass 90000 Meilen in Kürze verfallen würden hieß es also sofort handeln. Aber das ist gar nicht so einfach wenn man nur eine Woche zur Verfügung hat und diese Ferienwoche schon in 2 Tagen beginnt. Das Internet läuft also heiß. Keine verfügbaren Flüge nach Sri Lanka, ferner Osten, Australien oder Neu Seeland, die USA fallen aus wegen den neuen Visa Bestimmungen aber da wäre doch noch Kanada für 90000 Meilen in der Business Klasse. Nun aber wohin? Vancouver oder Calgary sind beide in dem Zeitfenster nicht verfügbar ebenso Halifax, aber bei Montreal klappt es dann. Wenn ich von Genf aus fliege sind die ganzen Taxen etwa CHF 60.- billiger obwohl ich über Zürich einen Umweg fliege. Gestern musste ich ja erst mal noch mein Halbtax-Abo erneuern, ich will ja nicht mein Auto eine Woche lang am Flughafen stehen lassen. Mit dem Auto fahre ich also nur bis Lausanne wo ich es in unserer Büro Parkgarage abstelle. Zu Fuss ist man von da in 10 Minuten am Bahnhof, alles bergauf. Mit dem IC bin ich dann in kurzer Zeit am Flughafen. Einchecken kein Problem, der freundliche Mann am Schalter wechselt mich auf einen früheren Flug, damit ich mehr Zeit zum Umsteigen in Zürich habe. Jetzt noch ein paar Kanadische $ wechseln, da gibt's doch eine UBS in der Ankunfts-Halle aber alles zu und ein Schild an der Tür "Wir machen keinen Geldwechsel. Bitte benutzen Sie dazu die entsprechenden Bankomaten".  Ich glaube immer mehr bei der falschen Bank zu sein. Ich wechsle also beim American Express Schalter ein paar Franken mit schlechtem Wechselkurs, ich habe ja da in Zürich noch Zeit. Jetzt aber erst einmal in die Lounge, die Annehmlichkeiten der Business Klasse sind doch recht schön. Frühstücks-Buffet gibt's ja auch da. Also erst mal Versäumtes nachholen. Der Flug nach Zürich ist voll ausgebucht und die Stewardessen haben alle Mühe, das viele Handgepäck ordnungsgemäß zu verstauen. In Zürich das gleiche Spiel, Bank suchen ohne Erfolg, wenn ich nicht aus dem Abflug Bereich raus will, also gebe ich das Unterfangen auf und schlage erst mal die Zeit tot in den endlosen Warteschlangen bei der Passkontrolle und beim Sicherheits-Check. Hier gibt  es leider keine getrennte Abfertigung für die bessere Klasse. Trotzdem bleibt noch etwas Zeit um auch hier der Lounge einen Besuch abzustatten. Zu meiner großen Freude finde ich sogar einen Suppentopf "Boullion mit Buchstaben", dazu das Glas Sekt um endlich den Ferienanfang gebührend zu feiern. Pünktlich fliegen wir los, auch dieser Flug ist voll aber die Sitze hier sind ja doch bequemer als hinten, zudem habe ich Glück und habe den Fensterplatz direkt hinter der Abtrennung, also sehr viel Platz für meine langen Beine. Die Aussicht nach unten ist meist durch Wolken verdeckt, Paris ist für mich auf der falschen Seite, aber die Küste zeigt sich wolkenfrei. Erstaunlich viel Verkehr auf dem Ärmelkanal. Auch London zeigt sich im besten Licht, die Towerbridge ist schön zu sehen. Aber in Richtung Irland ist der Vorhang wieder zu und nur auf dem Kartendisplay kann ich sehen, dass wir Shannon überfliegen. Das bleibt auch weiter alles zu bis wir an die kanadische Küste kommen. Einmal erspähe ich eine kleine Inselgruppe durch ein Wolkenloch. Also bleibt einem nur der Zeitvertreib Essen, lesen oder Nickerchen machen, da auch der Film nur zum Abstellen führt. Etwa eine Stunde vor Montreal öffnet sich die Wolkendecke und bald einmal kommt auch schon das Ziel meiner Reise in Sicht, der St. Laurent Strom. Die Landung ist etwas unsanft, da der Westwind ganz schön bläst. Wie üblich bin ich einer der ersten, der von Bord geht und so habe ich freie Fahrt bei der Immigration, Passkontrolle und Zoll. Jetzt erst wieder ein Versuch an Kanadische $ zu kommen, auch wieder ohne Erfolg, meine Karten sind nicht auf dem Schild. Also weiter zum AVIS Schalter, riesige Schlange und von wegen „Prefered Customer“, das Schild ist zwar da aber kein Schalter. Alle warten, die Abfertigung ist schleppend, da wollen welche einen Wagen mieten ohne Kreditkarte, oder eine Familie kann sich nicht einigen, was für ein Fahrzeug sie haben wollen, doch der Hammer ist dann ein Paar, wo die Tante alles für ihn übersetzen muss und die Fragerei will kein Ende nehmen. Als sie alles hatten fragte die gute Tante ob der AVIS Mann ihnen das Fahrzeug wohl erklären könnte. Da das Ganze sich auf dem Parkplatz vor der Tür abspielt, konnten auch die restlichen Leute in der Warteschlange von dem gründlichen Einführungs- Kurs profitieren. Der Kommentar eines Wartendes vor mir war dann: "Wenn sie ihn jetzt auch noch fragt, ob er auch noch für sie fährt, kriegen wir nie ein Auto“. Als ich dann doch endlich dran war, meinte der Mann, meine bestellte Kategorie hätten sie nicht aber er hätte ein Cabrio für mich. Ja warum nicht, obwohl es bei den Temperaturen hier kaum zu gebrauchen ist, aber da war dann noch einer hinten im Büro, der dem Deal nicht zustimmen wollte, da der Wagen auf der Verkaufsliste sei, also das Ganze von vorne, als ich ihm sagte ich wolle eigentlich nur endlich ein Fahrzeug um von hier wegzukommen ging's dann zügig voran, nun ist es eben nicht der kleine Wagen nur für mich sondern ein Strassenkreuzer vom einem Chevi Impala. Da der Liter Sprit hier um 1.- Fr ist kann man den kleinen Unterschied sicher verschmerzen. Endlich ein Autoschlüssel, nun noch den ganzen Koffer durchwühlen um das Navi und die ganzen Kabel zu finden. Der TomTom reklamiert zwar, dass der letzte Einsatzort auf einer anderen Karte stattfand, ob ich denn die dem jetzigen Land entsprechende Karte benutzen wolle, so eine blöde Frage! Nun reklamiert er noch, dass das Gerät in dieser Einstellung schon lange nicht mehr am PC angeschlossen wurde. Stimmt ja auch, aber Quebec kennt er und so führt er mich kompetent auf den # 20 Highway Richtung Osten. Aber ich will ja den St. Laurent sehen und nicht den Highway, also sobald wir aus Montreal raus sind, neue Eingabe Richtung großer Strom, da hat er schon mehr Mühe, die kleinen Orte kennt er nicht, also navigieren wir der Nase nach und finden bald die Strasse # 132, die führt dem Wasser entlang. Doch langsam wird's dunkel und in der Schweiz ist doch schon Mitternacht vorbei, also Hotelsuchen. Mach mal TomTom, er findet auch schnell was, die erste Anzeige meint in 6 Km tönt gut, Eingabe, er berechnet was und will umkehren mit 108 Km Distanz, nein so nicht also nächster Versuch, selbes Resultat, nur noch weiter weg. Wir fahren weiter Richtung Quebec. Es soll ja Touristen Gebiet sein hier, also sollte es auch Hotels haben, Campingplätze am Laufmeter, jetzt wo man sie nicht braucht, aber weit und breit kein Hotel, doch da ein Schild, also nichts wie hin, die Hotel-Rezeption ist geschlossen, man soll durch die Tür des Restaurants eintreten, OK aber da schwirren lauter Pinguine rum, alles Grosse Garderobe und als ich endlich die verwaiste Rezeption finde, sehe ich schon von weitem die 5 Sterne, ich bin zwar schon müde, aber so müde nun doch nicht, also weiter bis Quebec sind es  nur noch 20 oder 30 Km. In Quebec angekommen wieder Auftrag an TomTom Hotel in der Nähe finden. Er findet zwar etwas aber nicht ganz da wo es sein sollte, aber das ist die falsche Strassenseite und mit doppelter Linie oder gar ein Mittelstreifen ist das schwierig, weiterfahren und dabei werde ich fündig, Chalet Suisse Motel tönt doch gut. Wenn ich vor 40 Jahren gekommen wäre, hätte ich wohl eine sehr schöne Anlage gefunden aber was soll's es ist Zeit ins Bett zu gehen und der Preis ist heiß.
11.10.2010 2.Tag Quebec – Rivière du Loup Trotz meiner grossen Müdigkeit und der vorgerückten Stunde war ich natürlich um 4 Uhr hellwach, das Jetlag kann man einfach schlecht überlisten. Da es aber zum Aufbruch doch noch zu früh war habe ich mich am PC mit Fotos beschriften und Bericht schreiben beschäftigt. Um 8 Uhr gab’s dann aber kein Halten mehr, und ich fuhr ohne Frühstück los, was da meist geboten wird ist sowieso für die Katze. Ich hatte schon am Vorabend beim herum kurven ein offizielles Touristen-Büro gesehen und da wollte ich zuerst hin. Die Dame hatte kaum Zeit aufzuschliessen, und schon war der erste Kunde da. Ich habe mir also eine bessere Karte von Quebec gekauft, damit ich dem Navi auch kleinere Zwischen-Punkte vorgeben konnte. Auch hat sie mich mit vielen Gratis- Dokumenten der einzelnen Regionen versorgt, nur wer und wann soll man all das lesen? Sie erklärte mir dann den schnellsten Weg zu den Wasserfällen, über die Autobahn, aber ich wollte ja dem Fluss entlang fahren (Anmerkung der Reisefrau das sei kein Fluss sondern ein Strom), wie dem auch sei, sie meinte das sei aber schwieriger zu finden und auch nicht so leicht zu erklären. Mit immer der Nase nach und Tomis Hilfe kein Problem. Die Wasserfälle sind schon beeindruckend, sind sie doch höher als die Niagara Fälle, nur kommt nicht soviel Wasser runter wie da. Um völlig nass zu werden reichte es allemal, der Wind half ja auch kräftig mit und durch die Sonne gab’s auch einen schönen Regenbogen. Auch die ganzen Busladungen voll aus dem fernen Osten kamen aus dem Staunen nicht raus. Die Warteschlangen bei der Seilbahn waren zu unübersichtlich und so machte ich mich zu Fuss auf den Weg. Da ich schon auf dem Hinweg einen KFC (hier heissen die  Poulet friée Kentucky PFK) Laden entdeckt hatte und dadurch dass die letzten Brücken, um auf die Südseite des St. Laurent zu kommen, in Quebec City sind, musste ich da vorbei zurück fahren. Also gab’s PFK zum Frühstück und Mittagessen. Auf der Weiterfahrt kam ich an riesigen Shopping Malls vorbei, bei Wal-Mart hatte ich doch in den USA immer meine Wrangler Jeans gekauft, also nix wie hin. Und wie gehabt Riesen Auswahl auch meine Grösse aber der Preis haute mich fast um, Can$ = CHF 16.- bis 20.- das Paar, so was gibt’s ja nicht. Anprobieren und kaufen, 1xBlau, 1xBeige und 1x Stonewashed landeten im Einkaufswagen. Ein paar T-Shirts gab’s auch noch günstig dazu, nur Badehosen hätten jetzt keine Saison, meinte die Verkäuferin. Am Südufer suchte ich wieder die  132 Est und folgte dieser. In Montmagny sollte man sich die Wildgänse ansehen, meint die Frau vom Touristen-Büro, aber ich hatte Glück da ich bei jeder Gelegenheit ans Wasser fuhr sah ich die Wildgänse viel vor dem besagten Ort, und es war beeindruckend. Tausende und Abertausende von Wildgänsen tummelten sich am Fluss (pardon Stromufer), ein Ohrenbetäubender Lärm wann immer sie in grossen Scharen aufflogen um gleich wieder zu landen. An dem Ort gab’s auch ein sehr schönes Motel aber ich kann ja nicht schon um 15:00 Uhr einchecken, es gibt ja noch einen weiten Weg. Aber wieder wie gestern folgt ein Hotel/Motel dem andern wenn es noch zu früh ist und wenn man wirklich eines braucht ist nichts zu finden. Also weiterfahren und Augen offen halten. Etwa 10 Km vor Rivière du loup wurde ich dann fündig, das Restaurant habe zwar schon Saison bedingt geschlossen aber sie hätte noch 2 Zimmer im Motel frei, meinte die Dame, gab mir die Schlüssel um das Passende auszusuchen. Das eine war riesengross mit Küche und 2 King-Size Betten und Vorgarten, das andere gefiel mir besser, Balkon und kleiner, aber Super Aussicht über die ganze Bucht. Der Sonnenuntergang wurde dementsprechend fotografisch festgehalten vom Balkon und 5 Meter vom Wasser weg. Da immer noch durch den Wind mässiger Wellengang herrscht, werde ich wohl durch die Brandung in den Schlaf begleitet.
12.10.2010  3.Tag Rivière du Loup - Oxford Ich war ja heute wieder früh wach, was ja für den heutigen Plan von Vorteil sein könnte, ich will doch endlich nach Nova Scotia. Erst aber noch einen Skype Anruf tätigen, in diesem Motel gibt’s ja WIFI, leider nur im Hauptgebäude und nicht in den Zimmern. Danach aber nichts wie los, Auftanken in der nächsten Stadt, ein völlig verbackenes Frühstück (Eier, Brot und Speck schon fast verkohlt). Kurze Stadtrundfahrt, um den Wolfsbach zu finden,  war aber nicht viel zu sehen, ausser wieder riesige Schwärme Wildgänse. Nun aber Richtung Süden in die Apalachen  Berge. Wieder wunderschöne Farben der Laubbäume, aber keine Rastplätze oder Aussichts-Plätze zum fotografieren. Die Autobahn wird sofort besser, sobald wir die Grenze nach New Brunswick überqueren. Leider ist das Touristenbüro zu obwohl das Schild das Gegenteil sagt, also ohne Broschüren weiter. Die Höchstgeschwindigkeit ist auch von 90 Km auf 110 angehoben, hilft wenn man ein paar Kilometer vor sich hat. Bei einem Schild mit der Aufschrift „Längste gedeckte Holzbrücke der Welt“ fahre ich aus, um mir das anzusehen, mein Pech, die Brücke wird repariert, keine Durchfahrt. Am anderen Ufer scheint ein hübsches Städtchen zu sein und da es Mittagszeit ist, nehme ich also den Umweg über die neue Brücke. Leider Fehlalarm kein Bistro weit und breit es geht eben mit leerem Magen weiter. Mein Navi kennt einen anderen Weg ich muss also nicht zurück. Ich fahre also mitten durch die Pampas, schlechte Strassen mit Löchern und vielen Kurven und es ist immer noch 60 Km bis zur nächsten Stadt. Dort finde ich dann einen Fish und Chips Laden, Riesenportion obwohl ich ein Medium bestelle, guter Fisch und auch die Chips schmecken. Bevor ich zurück auf die Autobahn fahre sehe ich mir die Karte gründlich durch, weil auf den letzten Kilometern die Hotels sehr rar waren, suche ich eine Alternative, heute werde ich nicht mehr bis Halifax kommen. Alles hin und her nützt nichts, auftanken und weiter geht’s. Plötzlich steigt am Horizont eine riesige schwarze Wolke in den Himmel und ich denke noch, komisch, dass so etwas hier möglich ist, die Kanadier sind doch sehr umweltfreundlich. Nach etwa 10 Km dann die Antwort, überall blinkt’s und alles bremst. Da ist auch der ganze Rauch, ein LKW Tankzug mit Anhänger liegt quer über die Gegenfahrbahn und brennt lichterloh. Alles rennt rum, einer sogar mit Stativ und Filmkamera. Da ja meine Kamera immer griffbereit ist, schiesse ich auch ein paar Bilder aus dem fahrenden Wagen. Als ich am Unglück vorbei fahre ist die grosse Hitze durch die Scheiben zu spüren. Die Metallteile glühen und sogar der Strassenbelag scheint zu brennen. Kaum sind wir vorbei und der Verkehr hat sich normalisiert, alles fährt wieder Höchstgeschwindigkeit +5, donnert doch schon so ein BIG MAC mit Anhänger heran und überholt alle, manche lernen es nie. Bald kamen die Schilder mit der Anzeige dass wir die Confederation Brücke nach Nova Scotia vor uns hätten und dass das Mitbringen von Honig nach Nova Scotia verboten sei. Ich war dann schwer enttäuscht, die Brücke war nicht grösser als die Thielle Brücke bei uns aber eben manchmal trügt der Schein. Da die Sonne schon wieder unterging, leider keine Ausfahrstelle zum fotografieren, wurde es Zeit mit der Hotelsuche zu beginnen. Ich wurde bald fündig, ein Motel mit familienfreundlichem Restaurant (was auch immer das ist) stand auf dem Schild. Die Chop-Chauder Suppe war jedenfalls gut. Als ich dann nach dem WIFI fragte ging die grosse Suche nach dem Passwort los. Alles was sie anboten wollte nicht passen, mein Zimmernachbar bot dann schlussendlich dem Manager an, den Router neu zu programmieren, was dieser dankend annahm. Das ging auch gut, aber der Nachbar hatte kein Netzwerkkabel, um die Arbeit auszuführen, zum Glück hat Fredi immer solche Dinge dabei und so freuen sich nun alle, dass sie wieder surfen können. Auch ich habe meine wichtigen Mails für nächste Woche abgeholt.
13.10.2010 4.Tag Oxford - Digby Heute soll’s jetzt endlich nach Halifax gehen, ich bin ja schon eine Weile wach, nebenan ist so ein Laden für Muffins, Doughnuts und co, mit Drive in Schalter. Jedesmal wenn einer abgefertigt ist und die grossen Motoren dröhnen zittern die Scheiben meines Zimmers. Das familien-freundliche hat noch geschlossen, also Frühstück muss noch warten. Es war richtig kalt heute Nacht, ich musste eine zusätzliche Decke aus dem Schrank holen mitten in der Nacht. Die Scheiben meines Autos sind mit einer Eisschicht beschlagen und ich muss kratzen. Schöner Sonnenaufgang, leider weit und breit kein Meer aber dahin geht’s ja nun. Erst aber Richtung Truro ist alles im dichten Nebel und es geht langsamer voran, ausser die LKW’s, die fahren volles Rohr +10Km. Es geht über einen Pass mit Strassenzoll, $ 4.00. Dann endlich Ausfahrten zu Dutzenden nach Halifax. Downtown Bridges tönt gut. Ich lande direkt am Hafen wo ich sogar einen Parkplatz finde. Das Touristen- Büro ist auch gleich da, also sich mit der nötigen Literatur versorgen. Die grösste Holzkirche auf dem Kontinent ist gleich um die Ecke, rundherum nur Wolkenkratzer. Den Uhrenturm will ich besuchen, der wurde seinerzeit vom Duke of Kent der Stadt und seinen Soldaten gestiftet, damit sie sich in Pünktlichkeit üben können. Mein Parkzeit ist abgelaufen und ich will ja der Küste entlang auf der Leuchtturm Route nach Westen. Erster Anlaufpunkt ist Peggy’s Cove, der wohl bekannteste dieser Küste, erstens weil er in einem wunderschönen Fischerdörfchen mit 35 Einwohnern liegt und weil diese Gegend Berühmtheit erlangte durch den Absturz der Swissair Maschine Flug 111. Der Leuchtturm ist toll aber leider geschlossen. Die im Reiseführer als einmalige Fischsuppe, die man unbedingt probieren muss, schmeckt auch wirklich gut. Der Souvenirladen aus Hummerkörben ist eine gute Idee, und wenn ich im Lotto gewonnen hätte, könnte ich mir direkt das Haus mit dem Bed&Breakfast kaufen, das „for sale“ ist. Trotzdem muss ich weiter, die Strasse führt am Mahnmal des Absturzes vorbei, das sehr schön in die wilde Landschaft einbebettet ist. Hier treffe ich auch die ersten Schweizer auf dieser Reise. Der weitere Verlauf der Küste ist wirklich traumhaft, Inselchen überall, sauberes Wasser und immer wieder abgeschliffene Felsen und bunte Wälder. Als ich dann am Strassenrand vor einem Fischladen ein Schild sah mit „Try our local Seafood“ und Tischen an der Sonne war das mein Ding. Der Fischer hatte frischen Hummer und Austern. Die Hummer waren alle ein bisschen gross  1 Kg, das war dann doch eine Nummer zu gross, vom Preis her sensationell günstig, aber trotzdem entschied ich mich für die Austern. Diese waren alle sehr gross  1 und 2 und schmeckten ausgezeichnet. So gestärkt konnte ich weiterfahren entlang weiteren Buchten und an Inselchen vorbei. Chester war wie im Führer beschrieben recht malerisch, ebenso Mahone mit seinen 3 Kirchen am Meer-Ufer jede mit anderem Turm. Aber die grosse Show waren nicht die Kirchen sondern die Halloween Figuren überall am Strassenrand und in den Gärten, so viele und eine besser gemacht als die nächste, die Leute müssen Stunden mit deren Herstellung verbracht haben. Am Dorfende war der Spuk dann vorbei, und man konnte sich wieder an der Landschaft satt sehen.  Nach einer weiteren Bucht kam dann Lunenburg, ein Fischerort der hauptsächlich von Deutschen besiedelt wurde. Hier auch wieder ein schöner Hafen mit alten Schiffen, das Fishery Museum und Pferdekutschen in der Stadt. Auch an Fischrestaurants mangelte es nicht. Für mich hiess es nun eine Entscheidung treffen, fahre ich weiter an dieser Südküste, um dann Morgen den gleichen Weg auf der Autobahn zurückzufahren oder fahre ich Überland an die Nordküste um dann dort die Fähre von Digby nach Saint John zu nehmen. Ich entschied mich für diese Variante und gab dem TomTom Digby ein. Keine Autobahn aber recht gute Staatsstrassen für 150 Km, durch Wälder und an Seen vorbei, Landleben pur. Beim Sonnenuntergang war ich dann 20 Km vor Digby und konnte anfangen eine Unterkunft zu suchen. Vorher wollte ich mich aber wegen der Fähre erkundigen, aber als ich da hinkam, war alles schon zu. Ein freundlicher Truckdriver der eine Ladung hinter dem abgesperrten Tor abholen wollte sagte mir dann, dass seit gestern nur noch eine Fähre täglich fährt, und das leider erst um 16:00; was für ein Blödsinn! Es gab wieder nur zwei Möglichkeiten, entweder 600 Km um die ganzen Buchten und Meerarme fahren oder Morgen bis 16:00 Uhr warten. Aber erst mal Hotelsuchen, es gab ein schönes Motel ganz nahe bei der Fähre aber das Restaurant war wegen dem Saisonende schon geschlossen, ich musste also so oder so in die Stadt zurückfahren. Da Digby überall wirbt, dass sie die Welt-Hauptstadt der Jakobsmuschel sei, wusste ich ja sowieso, was es zum Abendessen gibt. Wiederum fand ich einen Fischer mit angeschlossenem Restaurant und habe meinen Magen mit Jakobsmuscheln vollgeschlagen. Tolle Qualität zu vernünftigen Preisen. Bei meiner anschliessenden Fahrt durchs Städtchen sah ich ein Bed & Breakfast mit Schild Vacancies, und sofort waren wir handelseinig und ich hatte meinen Schlüssel. Internet lief auch und so konnte ich meine Mails abrufen und skypen.
14.10.2010 5. Tag Digby - Fredericton Heute morgen also erst mal skypen, nachdem mich mein Arbeitskollege per Handy vor 6:00 Uhr unsanft aus den Träumen riss. Zu seiner Entschuldigung muss man sagen, dass er über die 5 Std. Zeitunterschied nicht informiert ist. Nach einem ausgiebigen Frühstück ging’s wieder zurück zum Ferry-Terminal, um sich nach den Konditionen und Möglichkeiten zu erkundigen, Can$ 130.00 all included. Ich kaufte mir ein Ticket und fuhr ins Touristen-Büro, sagte der Dame, ich hätte bis 15:00 Uhr Zeit, was sie mir raten könne. Es gab entweder Yarmouth mit 1.5 Std Fahrzeit hin oder auf die vorgelagerten Inseln etwa 1 Std hin, mit 2 Fähren. Da auf den Inseln jede Menge Vögel und Seehunde zu besichten wären, entschied ich mich für diese Variante. Da die ganzen Örtchen da vom Fischfang leben, war für mich klar dass es da sicher auch frischen Fisch in irgendeinem Bistro geben sollte. Entäuschung auf der ganzen Linie. Die Strasse kam nur 2 oder 3 mal in Küstennähe, sonst war alles Inland. Nur bei den beiden Fähren konnte man der auslaufenden Ebbe zusehen wie sie ausrauschte. Der Tidenhub war heute fast 9 Meter, das rauscht ganz schön. Dann auf der letzten Insel angekommen, keine Seehunde, keine Vögel alle 3 Restaurants zu. Das Denkmal zu Ehren des ersten Weltumseglers Joshua Slocum der hier lebte, war nur ein armseliger Steinhaufen mit einer Bronzetafel, also eine weiter Enttäuschung. Also nix wie los zurück auf die Fähren und Mittagessen in Digby. Da es inzwischen 14:00 wurde, war die Auswahl an offenen Restaurants geschrumpft, zum Glück gibt’s ja weltweit die geschäftigen Chinesen. Menü Jakobsmuscheln mit Gemüse auf Nudeln, kann man gelten lassen. Als dann rundherum nach Doggie-Bags verlangt wurde, wusste ich was mir bevorstand, eine Portion für eine Kleinfamilie alles für mich. Das ganze Gemüse ausser Blumenkohl blieb zurück aber an den Nudeln mit Shrimps und Scallops hatte ich mehr als genug. Die obligate Frage ob ich einen Doggie-Bag brauche, verneinte ich dankend. Rechtzeitig war ich wieder beim Terminal und da gab es schon viele die warteten, hauptsächlich Autos mit US Nummernschildern, für die ist das natürlich der kürzeste Weg zurück nach Maine. Mit etwas Verspätung legen wir ab, es kamen noch jede Menge riesiger LKW’s in letzter Minute. Die Fähre hatte jede Mühe beim Auslaufen, die Hummerfischer waren überall im Weg, von den ganzen Hummerkörben an den Bojen ganz zu schweigen. Eben musste ich alles stehen und liegen lassen, von der Brücke hiess es Wale auf Steuerbordseite aber da war nichts. Weit und breit nichts ausser Wasser, dann plötzlich sah jemand etwas auf der anderen Seite, und alles rannte auf die Seite, leider war das nur ein Baumstamm, der im Wasser trieb. Also zurück in die Wärme und meinen Bericht weiterschreiben. Über das Internet versuchte ich auch, mich über Hotels schlau zu machen, schlussendlich wollte ich aber das schlechte Teilstück von Saint John bis Fredericton noch nachts fahren. Die LKW’s sind dann weniger und auch in den vielen Baustellen die es da geben soll ist weniger Verkehr. Wie schon die ganze Reise auch hier wieder Elch-Warntafeln sogar welche die blinken, aber auch da eine Nullrunde, keine Elche weit und breit. Es geht sehr kurvenreich alles durch den Wald und nachts glaubt man hinter jedem Gebüsch könnte einer lauern aber eben alles nur Phantasie. In Fredericton nehme ich die Ausfahrt Richtung Stadt und frage meinen schlauen Wegbegleiter nach einem Hotel, da soll eines in 2.5 Km sein, also zeig mir den Weg. Das finden wir auch einwandfrei, aber an der Tür ein Schild „Hotel seit dem 28. August geschlossen“. Ich frage die Frau im angrenzenden Restaurant, ob es sonst was offenes in der Nähe gibt, aber so wie die liebe Chinesin mir das beschrieben hat, wäre ich womöglich da gelandet wo ich herkam. Also mein TomTom kann das sicher besser und so findet er mir was mitten in einem Quartier mit vielen grossen Einkaufs-Läden. Ein Zimmer ist da im City Hotel auch frei und das erste Mal auf dieser Reise gibt es sogar einen Eisspender. Ich muss also meinen wohlverdienten Whisky aus dem Duty-Free heute mal nicht warm trinken. Der schmeckt sogar nach einem richtigen „Mehr-Geschmack“ und so gönne ich mir gleich noch einen. Da die heute genossene Meerluft doch müde macht und ich ja morgen eine weite Reise vor mir habe, gehe ich also zeitig schlafen. Das Telefon stelle ich auch auf lautlos, man kann ja nie wissen. Schiff 3 Stunden Service 24
15.10.2010  6. Tag Fredericton - Quebec Ich bin wieder recht früh wach, hole mir nach dem Duschen einen Gratis-Kaffee aus der Eingangshalle und stelle mal den PC ein während ich packe. Damit bin ich so sehr beschäftigt, dass ich gar nicht merke, dass Gundel schon am Skypen ist, ich sehe nur aus dem Augenwinkel ein Hintergrundbild das ich so nicht eingegeben habe, aber das ist gar kein Hintergrund-Bild sondern eine bekannte Stimme die fragt ob ich Probleme hätte. Ganzer Plunder ins Auto und erst mal tanken, bevor es auf die Autobahn zurück geht. Es fängt gerade leicht an zu tröpfeln, ist aber nicht weiter schlimm. Bald ist der Spuk vorbei und ich komme gut vorwärts. Bei Great Falls fahre ich aus, um die Wasserfälle des Saint Johns River zu bewundern. Ganz beeindruckend was da runter kommt, obwohl ja zur Zeit sicher ein grosser Teil des Wassers unsichtbar durch die Turbinen des Kraftwerks fliesst. Nun muss ich ja noch was frühstücken, das Hotel bot ja dazu keine Gelegenheit, und weiter geht die Fahrt Richtung Norden in die Appelatchen Mountains. Nördlich von Edmontston überquere ich wieder die Provinz-Grenze, und schlagartig ist es eine Stunde weniger, also wieder 6 Std Unterschied zur Schweiz. Da ich aus diesem Grund schon gegen 11:00 in Rivière du Loup bin, studiere ich die Karte und finde da 3 Fähren, die auf das nördliche Ufer des St. Lorentz fahren. Die erste hier im Ort fährt schon mal nicht, also weiter östlich etwa 50 Km die Nächste. Ich bummle der Küste entlang, das Wetter verschlechtert sich wieder und ab und zu ein paar Tropfen. In „les trois pistols“ also soll die 2. Fähre sein und auf dem Ticket-Büro sagt man mir, dass am Morgen eine gefahren sei, aber nun wegen der Schlecht-Wetter Vorhersage der Betrieb vorläufig eingestellt sei. Ich kann mir das schlecht vorstellen, die paar Tropfen und das bisschen Wind? Also Preisfrage soll ich mich noch mal einige dutzend Kilometer östlich wagen, nur um die selbe Antwort zu erhalten? Nein! Die Vernunft sagt mir die Chancen sind gross, dass auch die nicht auslaufen. Keine 15 Minuten später sehe ich dann klarer. Es regnet in Strömen, ganz schlechte Sicht, aber viel schlimmer noch, der Wind bläst nun mit Sturmstärke und es pfeift rundherum. Auf der Autobahn wird’s richtig gefährlich, die einzigen die volles Rohr fahren sind wieder die LKW’s und wenn so einer auf der Überholspur vorbei donnert fühlt man sich wie hinter einem Wasserfall. Das mache ich noch eine Weile mit, aber dann bin ich schon im Freitag-Abend Verkehr von Quebec, Stau’s und Gedränge überall und ich will ja über eine der beiden Brücken. Mein TomTom führt mich wieder gut. Ein paar Kilometer nach den Brücken dann das bekannte Spiel, ausfahren und zeig mir wo das nächste Hotel ist? Da gleich mehrere im Umkreis angezeigt werden bin ich also durchaus richtig. Da ja keine Touristen-Saison mehr ist gibt’s auch kein Problem mit der Verfügbarkeit an Zimmern. Ich checke also im Motel de l’airport ein und stellte mich seelisch auf’s Abendessen ein. Zwei Möglichkeiten habe ich, gegenüber gibt’s ein Restaurant Jardins de Tang, keine Angaben ausser ein paar chinesischen Schriftzeichen, oder ich nehme den Wagen und fahre die Strasse runter und suche was. Keine wirkliche Alternative, da nur etwa 5 Parkplätze vor diesem Jardin sind, und die Aussenseite nichts Spektakuläres aufwiest lasse ich mich überraschen. Am Eingang gibt’s schon mal 2 getrennte Schlangen, für die reservierten und die anderen. Alles sieht aus wie eine grosse Tennis-Halle, aber was soll’s, wenn man schon anstehen muss um einen Platz zu kriegen, kann es ja so schlecht nicht sein. Als ich meinen Platz zugewiesen erhalte, führt der Weg dahin an 2 etwa 15 Meter langen Buffets vorbei von beiden Seiten zugänglich und das sind nur die Hauptspeisen, Vorspeisen, Suppen, Salate und Desserts sind nochmals auf separaten Buffets angesiedelt. So etwas habe ich noch nicht mal in den USA gesehen. Diese Vielfalt, man weiss gar nicht wo anfangen. Absolute Spitze waren die Crab-Claws & Legs, die Froschschenkel, Crevetten und die vielen Arten Spare-Ribs. Das Lokal war permanent voll, sobald welche aufstanden, wurde der Tisch leergefegt und schon waren neue Leute plaziert. Mit übervollem Magen ging’s über die Strasse zurück zum Hotel. Ich musste ja noch an meinem Bericht arbeiten und die Whisky Flasche sollte ja auch noch geleert werden bis zum Sonntag.
16.10.2010  7. Tag Quebec - Repentigny Heute will ich ja noch das nördliche Ufer des Saint Lorents erkunden und ich muss wieder einmal suchen, da mein TomTom ja nur die schnellste oder die kürzeste Route kennt, und keiner der beiden Vorschläge geht über die National 138 die ich brauche. Der Nase nach Richtung Fluss und da ist sie dann auch, die „Route du Roi“. Hauptattraktion auf diesem Wegabschnitt sind die vielen Marktstände der Bauern, die da ihre Äpfel, Karotten, Kartoffeln und jegliche Art Gemüse anbieten. Sogar einen Stand mit Spargeln habe ich gesehen, der war aber sehr verwaist aus welchem Grund auch immer. Weitere Sehenswürdigkeiten waren die vielen Kirchen, jedes noch so kleine Dorf hatte seine Kirche, wenn nicht sogar mehrere. In Trois-Rivieres wollte ich eigentlich die Brücken fotografieren aber es war alles eine riesige Baustelle und nicht sehr fotogen. Auch das Panzermuseum war geschlossen und die 3 Tanks im Freien waren auch nicht gerade herausgeputzt. Also weiter dem Fluss entlang, da aber nun der Highway 40 näher am Wasser liegt als die  138, gehe ich auf diesen zurück. Bald schon sind es weniger als 40 Km bis Montreal und ich will auf die Landstrasse zurück, schon wegen der Hotel Suche, da sehe ich ein Schild „Motel Capri“, da war doch was. Ich hatte mir ja für den Hinweg ein paar Hotels/Motels im Internet angesehen und da war das Capri dabei. Also TomTom mach deine Arbeit und zeig mir den Weg. Als er mir sagt Ziel erreicht sehe ich nichts, also fahr ich ein Stück weiter aber auch da nichts, also zurückfahren und tatsächlich da ist was, die Aussenfassade eher unscheinbar aber dahinter doch ein recht grosser 2 Stöckiger Komplex. Zwei Zimmer sind noch frei und ich bin noch am einchecken da kommen ganze Schlangen daher, die alle auch ein Zimmer wollen. Als ich dann zur Rezeption zurück muss um ein Passwort für’s Internet zu holen kommt man vor lauter Leuten gar nicht mehr an den Tresen ran. Der erste Schreck dann, die Meldung dieser Zugang erlaubt keinen Zugriff auf Skype, aber man hat ja noch ein paar Tricks auf Lager und damit funktioniert auch das. Für das Abendessen gibt’s hier in der Umbebung mehrere Restaurants, das erste gleich nebenan Italienisch mit Schild „bring your wine with you“, so stehen dann auch jede Menge Leute an, alle mit einem braunen Papiersack unter dem Arm, aber es sieht schlecht aus mit verfügbaren Plätzen, also weiter geht’s. Das nächste ist völlig leer und es gibt auch keine Speisekarte draussen, also heute keine Überraschungen und weiter. Beim dritten gibt’s zwar auch eine Warteschlange aber es geht vorwärts und zudem verspricht die Speisekarte Steaks aller Arten und das wird wieder mal dringend gebraucht nach all den Meeresfrüchten. Die Serviererin rät mir dann aber vom Entrecote ab, wenn ich ein richtig blutiges Stück Fleisch haben wolle, müsste ich den NewYork-Cut nehmen, der sei viel dicker geschnitten und so auch blutiger zu haben. Nach den Schnecken als Vorspeise also ein richtig grosses Steak wie es sein sollte, auch der Baked-Potato schmeckt gut. Wieder zurück im Zimmer muss ich nur noch den Whisky fertig trinken, und ich kann die letzte Nacht in Kanada geniessen.
17.10.2010 8. Tag Repentigny - Flughafen Erst mal skypen, dann frühstücken, wie immer in diesen inbegriffen Angeboten, überwältigend, wenn man auf Kornflackes steht kommt man voll auf seine Kosten, über ein duzend Varianten im Angebot, sonst Toast oder Doughnuts mit Konfitüre, für mich hat’s sogar Philadelphia Käse dabei. Das Abwaschwasser aus der Kaffeemaschine ist über die Jahre auch nicht besser geworden. Nun muss ich aber alles verstauen, also Koffer nochmals umpacken, um bei der Sicherheits-Kontrolle ja nichts im Rucksack zu haben das die Leute da nicht sehen wollen. Das Auto muss ich auch noch auftanken, ich habe ja bis 15:00 Uhr Zeit, das alle zu erledigen, der Flug geht dann erst nach 18:00. Ich fahre also noch eine Weile dem Fluss entlang, es hat auch einige grosse Schiffe da. In der Stadt angelangt parke ich den Wagen und wandere ein wenig herum. Da wo ich 1967 die Weltausstellung besucht habe, befindet sich nun ein Vergnügungspark mit Karussells, Achterbahnen und was so alles dazugehört. Getankt habe ich, und beim zurückgeben das übliche Spiel: Die Rechnung ist Can$ 60.00 höher. Aber ich finde den Beleg nicht mehr, er muss bei der grossen Aufräumaktion wohl unter die Räder gekommen sein. Beim Einchecken geht alles sehr zügig voran, nur beim Sicherheitscheck muss man sich wieder mal gedulden.  Nun sitze ich also in der Lounge von Air Canada, habe gratis Internet aber Skype zeigt leider keine Kontakte, es ist ja auch schon spät in good old Europe. Im Duty-free habe ich sogar meinen Seagrams Whisky gefunden, den wir seinerzeit immer gekauft haben, und den dann unsere Tante Jo weggesoffen hat, wenn sie ihn fand. Der Flug verlief wenig spektakulär, ich habe recht gut geschlafen, den Schlafsitzen in der Bussiness Class sei dank. Die drei Stunden Wartezeit auf den Anschluss-Flug in München gingen auch vorbei, es gibt ja viel zu sehen und zu shoppen in den riesigen Hallen. Der Flug nach Genf war auch pünktlich und verging im Fluge. Mit der langen Wartezeit auf den Koffer habe ich meinen ersten Zug verpasst und so ging’s erst 25 Minuten später nach Lausanne, zu unserem Büro, wo ja mein Wagen auf mich wartete. Zuhause angekommen, hiess es alles auspacken und wieder neu packen, da ich ja nach Zürich musste, um meine Reise nach Kairo antreten zu können.
Zusammenfassung: Kanada ist immer eine Reise wert, und der Indian Summer ist wirklich sehenswert. Datum Ort Anfang Ort Ziel Km Anfang Km Ende Distanz 10.10.10 Montreal Quebec 24590 24900 310 11.10.10 Quebec Notre-Dame-du-Portage 24900 25165 265 12.10.10 Notre-Dame-du-Portage Oxford 25165 25764 599 13.10.10 Oxford Digby 25764 26362 598 14.10.10 Digby Fredericton 26362 26660 298 15.10.10 Fredericton Quebec 26660 27210 550 16.10.10 Quebec Repentigny 27210 27376 166 17.10.10 Repentigny Montreal Airport 27608 27662 54 18.10.10 Flug Total 24590 27650 3072 Tanken Ort Km Liter Kosten Km Durch. 24590 12.10.10 Riviere du Loup 25165 47.00 51.00 575 12.10.10 Fredericton 25764 45.35 46.00 599 13.10.10 Digby 26390 26.60 30.00 626 14.10.10 Fredericton 26660 48.48 50.00 270 15.10.10 Quebec 27210 44.00 47.75 550 17.10.10 Montreal 27662 36.55 40.00 452 Total 247.98 264.75 3072 9.36
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