© 2017 Alfred Pfister
www.fredpfister.ch

20.05.2007   Dublin-Limerick

18.20 Uhr: Mit 20 Minuten Verspätung landen wir in Dublin. Das Andocken geht eine Weile, da etwas klemmt. Bei Hertz ist unser Fiat Panda nicht auf dem Parkplatz E 229 aufzufinden. Suchaktion nimmt einige Zeit in Anspruch. Unser Gepäck darin zu verstauen – mit beiden Riesen Seesäcken und Rucksäcken – erweist sich als Kunststück: Fredi hatte 9.8 kg Übergewicht (nicht er sondern sein Seesack), was ihn Fr. 108.00 kostet. Dann gehts los mit dem Linksverkehr auf die Umfahrung von Dublin, N 7 Richtung Limerick. Zum Glück hat Fredi einige Erfahrung mit Linksverkehr - von Australien her; mir daneben wird fast schwindlig, weil ich – eigentlich auf dem Fahrersitz – immer anders programmiert bin, als er fährt. Feierabendverkehr – Staus – verzögern unsere geplante Ankunft in Limerick. In Roscrea – einem schönen alten Restaurant / Pub „Tower“ haben wir endlich Abendbrot gegessen, sodass wir anschliessend fit sind, noch die Burgruine (6.Jh), den Friedhof und die Umgebung anzuschauen. Jetzt gehts auf die Suche nach einer Unterkunft von Nenagh bis Limerick, wo wir schlussendlich im Travelodge unterkommen und mit einem Riesenspurt in einem nahegelegenen 4-Stern-Hotel noch ein Bier ergattern (23.20 Uhr) – ich mein erstes Guinness und Fredi sein Smithwick – was auch mir bedeutend besser als Guinness schmeckt. Erste irische Bekanntschaft an der Bar mit Paddy, der Irland liebt, die Menschen, Bier, Zigaretten, einfach alles. Nur dass er um 23.30 Uhr kein Bier mehr bekommt, stimmt ihn traurig.
21.05.2007 Limerick-Gallway Irisches Frühstück ist ganz nach Fredis Geschmack, nach meinem nicht so, aber zum Glück gibt’s ja auch noch Toast und Jam! Bunratty und Folk Park sind dermassen von Touristen belagert, dass wir nur 2 Blicke und Fotos durchs Dickicht wagen und uns entschliessen, weiter zum Craggaunowen Project zu fahren. Diese Strässchen, vorbei an idyllischen Seen, den speziellen Mauern, allen Rassen von Kühen, Schafen und Ziegen sind alleine eine Reise wert (übrigens sah ich hier das „Traumhaus – rot, dreieckig, zwischen Bäumen am See“) Craggaunowen – the living past – Besteht aus einem Castle, 1550 erbaut, mehreren Crannogs  aus der Eisenzeit und späteren Bronzezeit, Iron Age Field, Iron Age Road , Hunter’s Cooking Site, Ringfort, The Brendan – Schiff von ca 583 v.C, mit dem vermutlich S. Brendan schon Amerika entdeckt hat. 1976 hat Tim Severin dies nachgebaut und damit über den Nordatlantik nach Amerika segelte. Nächstes Ziel wären eigentlich die „Cliffs of Moher“ gewesen – auf wieder schmalen, kurvenreichen Strassen - fernab dem Tourismus-Strom – in Richtung Corrofin, Killinaboy, traumhafte Landschaft um die Bucht von Moher, aber dann – kurz vor den Cliffs Riesen Parkplätze, umgewälzte Hügel, Fussgängerpisten, Busse, Touristenströme, alles eingezäunt / abgetrennt. Das taten wir uns nicht an; ein Versuch, auf Landweg möglichst nahe heranzukommen scheitert vor einem privaten Zaun. Dafür haben wir ausgiebig das raue Naturschutzgebiet von „The Burren“  mit seinen in der letzten Eiszeit entstandenen Steinformationen und seltenen Pflanzen genossen. 75% der irischen Pflanzenwelt sind hier anzutreffen. Sogar Grossmütter liegen vor kleinen gelben Blümchen, um sie zu fotografieren! …. Und eine irische Hochzeit – Braut 2-Zentner-schwer / Gatte betucht und greisenhaft; Hochzeitsgesellschaft vom Winde verweht auf Stöckelschuhen und  eiszeitlichen Steinformationen, ein einmaliges Spektakel. Die nächste Bucht von Gallway istr weniger rau, dafü rbläst der Wind immer stärker, dass Surfer übers Wasser zu fliegen schienen. In Salthill haben wir ein B & B gefunden, den Surfern, Golfern und Joggern zugeschaut, bis wir müde nach einem Schlummertrunk ins Bett fallen. 235 km; 5:32 Std. Fahrzeit
Dienstag, 22.05.2007  Salthill – Carrick on Shannon Bei bedecktem Himmel fahren wir zuerst an der Küste entlang bis Ballynahown, dann durch seenreiche, fruchtbare Hügellandschaft bis Maam. Vermehrt lösen Schafe die Rindviecher ab; Torf wird gestochen und getrocknet, eins der wichtigsten Naturerzeugnisse Irlands (der Geruch von verbranntem Torf hat uns noch lange verfolgt). Die alten, abgebauten Stellen im Moor formen eine Schachbrettlandschaft, immer wieder durch die typischen Steinmauern abgetrennt; dazwischen Rhododendron- und  gelbe Hecken. Diese gelben Sträucher sind weder Ginster noch Wacholder, wie wir zuerst annahmen sondern „Ulex europaeus“ oder Gorse, die das ganze Jahr blüht und als Winterfutter für Tiere benutzt wird, eine typische irische Pflanze, die ich sonst noch nirgends gesehen habe. Weiter durch das Connemara-Highland ins Joyce Country bis Leenane (Killary Harbour), dann entlang dem Erriff (Fluss),  Moher Lough, bis Westport, Castlebar und Charlestown. Da wir inzwischen soweit nördlich gelandet sind (unfreiwillig – wegen schlechter Ausschilderung oder meinen mangelhaften Kartenkenntnissen – whatever) beschliessen wir, mal in Carrick on Shannon Halt zu machen, um unser Gepäck zu deponieren und dann nach Dundalk weiterzufahren, um Mittwoch morgen in Dublin das Auto abzugeben und um uns um 12.00 Uhr zum Transfer einzufinden. Kleine Strässchen ohne Ortsbezeichnungen erschweren wieder die Orientierung, sodass wir um 15.00 Uhr auf Umwegen CoS erreichen. Die nette Dame von Emerald Star Cruises hat unbürokratisch dafür gesorgt, dass das Schiff um 16.00 Uhr bereits klar ist und das Auto von Hertz überführt wird, sodass wir unsere erste Nacht auf dem Schiff verbringen können. 241 km; 106 km/h Höchstgeschwindigkeit; 6.59 Std. in Bewegung
Mittwoch, 23.05.2007  Carrick on Shannon - Roosky 12.00 Uhr Leinen los; das Wetter ist uselig, feucht, es nieselt. Deswegen haben wir uns Zeit gelassen, eingekauft, was alles fehlte: Thermoskrug, Plastikbehälter, Kelle, Putz- und Geschirrtücher… natürlich ausser Lebensmittel und Getränken, was wir noch am Vorabend mit dem Auto besorgt haben. Erste Orientierung auf dem Shannon zwischen schwarzen und roten Markierungen ist gewöhnungsbedürftig und nicht immer einfach; aber Fredis „Tamagotscheli“ ist hilfreich. Kapitän Fredi am Steuer, das sich links – also eigentlich backboard befindet …. Kanaldurchquerung gelungen; erster Halt vor der Schleuse bei Albert Lock Nähe Jamestown, da diese erst ab 14.00 Uhr bedient ist (anstatt 13.00 Uhr). „Festmachen“ hat auch geklappt; Suppe gegessen; erste Schleuse gemeistert; unter Railway-Bridge durchgekommen, obwohl schwarze Markierung fehlt. Bei der Verbindung zwischen Lough Bodegg und Lough Bofin, die ziemlich eng ist, herrscht Gegenverkehr, und in den beiden Loughs ist es ziemlich windig, was unser Schiff und seine Steuerung nicht so mögen. Dromod Harbour haben wir links liegen gelassen und sind nach Roosky weitergefahren. Hier haben wir einen herrlichen Anlegeplatz gefunden: rechts Koppel mit Pferden, vis-à-vis Schilfgürtel mit gelben Sumpflilien. Ich habe einen Spaziergang zur Schleuse gemacht, während Fredi seine ersten Versuche startet, einen Fisch zu angeln. Da kein Fisch beisst hat er feine Lammkoteletts mit Bratkartoffeln und Salat zubereitet. 22.7 km; Höchstgeschwindigkeit 11.5 km/h; 2.51 Std. in Bewegung; 41m üM 
Donnerstag, 24.05.2007  Roosky – Lanesborough – Fredis Geburtstag 10.00 Uhr haben wir uns auf unsere Weiterfahrt begeben, die Roosky-Schleuse ist unsere erste Prüfung, die wir mit Hilfe der netten Schleusenwärterin und ihrem Langhaardackel gut überstehen. Unsere Fahrt – zuerst auf dem Shannon, dann durch Lough Forbes ist unspektakulär, Wetter wie gehabt – windig und bewölkt, ab und zu mal ein Sonnenstrahl (Windstärke ca. 3 von Südwest, Geschwindigkeit ca. 10 km/h trotz Wind auf der Nase). Rechts und links grosse Bauernhöfe, Kühe mit Kälbern, Kormorane und - Bäume, brütende Schwäne im Schilf, blühende Waserlilien. Um 11.45 Uhr haben wir zuerst Brücke und dann die bis jetzt höchste Schleuse bei Tarmonbarry – ohne Hilfe des muffigen Schleusenwärters passiert. Der Wind nimmt zu, sodass wir beschliessen, nach Bord na Mara Railbridge im Hafen Ballyleague Marina von Lanesborough festzumachen. Dies gelingt um 13.00 Uhr. Der Wind nimmt weiter zu, sodass das Überqueren des Lough Ree nicht ratsam ist. Wir haben Lanesborough erkundet, ein unattraktives Strassendorf, die Restaurants machen keinen einladenden Eindruck, um Fredis Geburtstag bei kulinarischen Genüssen gebührend zu feiern. Deshalb haben wir gross eingekauft, inklusive eine zweite Pfanne! Duschen in der Marina ist ein Erlebnis: Ein typischer Ire hat mir mindestens fünfmal das Handling der Dusche erklärt und versichert, als security-officer auf mich aufzupassen. Zwischendurch rief er von draussen: “Are you all right? May I come in?“ – No, but the water is very cold!“ Er hat im Service-Raum herumgeschraubt, bis das Wasser kochend heiss war. „Are you all right lady?“ Inzwischen haben weitere Schweizer festgemacht. Denen will er doch glatt das Prinzip der Dusche erklären, während ich unter der Dusche stehe. Fredi hat inzwischen feinen Apéro vorbereitet und auf dem Boot geduscht, was anscheinend wunderbar funktioniert. 24.8 km; 3 Std. Fahrzeit, Höchstgeschwindigkeit 12.7 km/h
Freitag, 25.05.2007  Lanesborough - Athlone Start um 8:45 Uhr, da wir bei Zeiten den Lough Ree überqueren wollen. Wasser und Grün soweit das Auge reicht, ein bisschen Sonne, wunderschön zum Entspannen, … wenn man nicht so sehr aufpassen müsste, in der Fahrrinne zu bleiben. Wind und Strömung treiben uns immer wieder ab. Fredi schleift seinen grössten Köder hinterher, in der Hoffnung, dass ein Hecht, Lachs oder Egli anbeisst (zwischen Clarinch und Muckinch – 2 Inseln. Es ist erstaunlich, wie lange ein Kormoran unter Wasser sein kann, bis er mit einem Fisch wieder auftaucht – und wir fangen nichts. Zwischen Boje 5 und 2 (Black Island und Warren Point) versucht Fredi noch einmal sein Glück. Nach Hodson Bay und Lough-Ree-Yacht-Club ist auch der südliche Teil des L. Ree beendet um 12:20 Uhr Bei Athlone passieren wir 2 Brücken und müssen zweimal festmachen, bis wir eine richtige Anlegestelle zwischen anderen Booten gefunden haben. 13:20. Nach einem Rundgang durchs Castle und Besuch des Städtchens suchen wir ein Einkaufszentrum, um unsere Vorräte aufzustocken; dabei überrascht uns wieder einmal der irische Regen. Durchnässt landen wir in einem Burgerking (und das ich!) für ein Eis. Wir liegen vor dem ältesten Pub Irlands, Seans Pub, heute mit Life Music, und einer Kirche, die in ein Restaurant umgebaut ist. Hier zelebrieren wir nachträglich Fredis Geburtstag bei einem feinen Z’nacht und anschliessendem Pubbesuch. 31.2 km; 11.8 Höchstgeschwindigkeit; 4 Std 35 Min in Bewegung; tiefste Stelle 32m; flachste Stelle 1.7m.
Samstag, 26.05.2007 Athlone  - Clonmacnoise Start 9:45 Uhr und Schleuse von Athlone mit 2 weiteren Emerald’s und einem Fischerboot passiert. 10:30 Uhr Long Island querab. Wir fahren mit 5 bis 6 Std/km Geschwindigkeit, weil Fredi extra spezielle Köder für den Shannon gekauft hat – immer noch nicht - kein Fisch will anbeissen; vorbei an brütenden Schwänen; Reihern, Angus (-Steaks), wunderbarem Vogelkonzert, aber kalt, wenn man an Deck geht; ab und zu wärmende Sonnenstrahlen – Regenschauer. 11:45 Uhr Clonmacnoise ist in Sicht. Fredi will das Fischen aufgeben und alle Angeln einholen. Hierfür übergibt er mir das Steuer. Das bin ich nicht gewöhnt, kurve ein bisschen zu weit von links nach rechts in die Nähe des Schilfs. Da ein Aufschrei: ein Hecht, Maschine stopp! – Wenn ich nur wüsste, wie das geht! – Käscher her, Hecht rein! – Ein Prachtexemplar von fast 40 cm. - Alles weitere ist bald getan und zum Mittag verzehrt. Clonmacnoise hat einen kleinen Hafen, in dem wir und noch ein anderes Schiff auch übernachten. Dieser mystische, geschichtsträchtige Ort ist beeindruckend: Gegründet im 6. Jahrhundert durch Tirian,  mit 8 mehr oder weniger verfallenen Kirchen, 2 Rundtürmen und vielen Hochkreuzen ist auch heute noch religiöse Stätte an Feiertagen – für Pilgerer – Papst Paul II hat hier schon gepredigt. Leider fängt es wieder an zu regnen. Jetzt ist Fredi im Anglerfieber, setzt sich ins Dinghy, um im Schilfbereich angeln zu können, bisher ohne weiteren Erfolg. 15.8 km; 9.8 km/h Höchstgeschwindigkeit, Durchschnitt 5 – 6 km/h  3 Std. 16 Min in Bewegung
Pfingstsonntag, 27.05.2007  Clonmacnoise – Portumna Start 9:20 Uhr, starker Wind anstatt auf Nase auf „Füdli“ – Nordost; mit Bravour hat F das Boot vom Anlegeplatz zurückgesetzt und Fahrt aufgenommen. Wind ist böig, wechselnd, geht durch Mark und Bein, aber Sonne scheint ab und zu. 10:25 Uhr beide Brücken – Eisenbahnbrücke und Shannonbridge passiert; Um 12:30 Uhr Meelick-Schleuse bezwungen; die Sonne scheint! Um 13:30 Uhr Portumna – Bridge in Sicht, vor der steuerbord der Emerald-Star-Hafen liegt; er sieht recht verlottert aus – ein enger Kanal, bei dem alle Schiffe römisch-katholisch anlegen müssen, was bei dem Wind nicht nur für uns kompliziert  ist. 14:15 Uhr haben wir endlich alles festgemacht; F hat noch 2 Fender organisiert. Ein Schiff liegt bald quer, weil es nicht richtig fest gemacht ist und verkeilt sich mit unserm. Nachdem wir es mühsam gerichtet haben – kein Mensch ist da – und etwas zur Ruhe gekommen sind, fährt ein anderes in die Lücke und „bumst“ an unseres. Wir schrecken aus der Ruhe. „Sorry“ ist alles, die 2 Frauen packen ihre Sachen und verschwinden. Das Büro ist ab 13.00 Uhr geschlossen, wir müssen mit Reklamationen, Reparaturen bis Montag warten. Am Abend ist erstes Angeln bei der Brücke angesagt. Ein netter Herr aus Bad Oeynhausen freut sich über Gesellschaft und schenkt uns Würmer, und ich fange meinen ersten Barsch / Egli. Auch F hat einen Egli gefangen. Voll Stolz bringen wir diese zum Schiff, und ich nehme sie gleich aus.
Pfingstmontag, 28.05.2007 – Pause in Portumna Tanken, abpumpen, Reparaturen, Ruder fassen, neuen Schlauch, Bettwäsche und Tücher: Dies alles ging schnell, der Service ist entgegen unserer Erwartungen super. Die Marina, mit EU-Geldern finanziert, ist schon recht abgewirtschaftet; Während F. einkaufen geht, wasche ich, ein Tumbler ist kaputt; es geht eine Ewigkeit - Maschinen fressen 8 Euro, aber Wäsche wird nicht trocken, sodass wir auf dem Schiff eine Wäscheleine improvisieren. 2 Stunden Wanderung zum Castle Portumna aus dem 16. Jh.; 1826 abgebrannt ; vor allem der kitchen garden hat mich fasziniert. Am Abend ist wiederum angeln angesagt. F fängt 4 Egli; ich habe kein Glück. Aber die 6 Fische werden für ein Abendbrot am nächsten Tag reichen.
Dienstag, 29.05.2007  Portumna – Killanoe / Ballina Um 9:00 Uhr haben wir den Hafen von Portumna verlassen. Noch ein bisschen fischen vor der Bridge, bis sie um 9.45 Uhr seitlich aufgeklappt wird – ein uraltes Modell und Patent. Wir durchqueren den Lough Derg bei wunderschönem Sonnenwetter; viele kleine bewaldete Inseln säumen unsere Fahrt (– wie in Schweden oder Kanada). Es gibt einige schwierige Passagen, die teilweise unklar markiert sind, wir kommen aber gut an Split Rock, Sunk Island, Illaunmore Island vorbei, dann Dromaan, Garrykennedy, Parker Point. 13:30 Uhr legen wir kurz vor der letzten Brücke auf der Seite Ballina an. Hier ist die offizielle Strecke für gemietete Hausboote zu Ende. Die Brücke verbindet Ballina und Killaloe. Im Pub Molly gleich neben unserem Platz und an der Brücke essen wir eine Suppe und trinken einen „Hopfentee“ draussen an der Sonne!!! Endlich das lang ersehnte warme Wetter. Wir machen einen Streifzug durch Ballina und dann durch Killaloe mit Castle und Kirche und stocken unsere Vorräte auf. Zum Abendbrot holt Fredi „Fish and Chips“, weil er befürchtet, dass unsere 6 Egli nicht reichen werden. Inzwischen schuppe ich diese, was ohne das entsprechende Werkzeug recht mühsam ist: ich bin von oben bis unten voller Schuppen! (Jetzt weiss ich, warum die Dinger bei uns so teuer sind!) …. Aber sie schmeckten himmlisch. 39.2 km; Höchstgeschw.: 14.0 km/h; Schiff 4.0 Std. in Bewegung
Mittwoch, 30.05.2007  Killaloe - Portumna Als wir aufwachen, ist nichts mehr von der herrlichen Sonne zu sehen; alles grau in grau. 9:20 Uhr Abfahrt bei Regen, Wind auf Nase 4 – 5 (das kann ja heiter für den Lough Derg werden!) Scheiben beschlagen immer wieder von innen; Scheibenwischer sind schlecht, die kleinen Motoren lassen braunen Saft ab. Ich brauche haufenweise Haushaltspapier, um wieder einigermassen Sicht zu verschaffen. Ab Boje B  haben wir den Wind steuerbord, dh. Wellen seitlich, das schaukelt ganz schön!!! Das Dinghy ist bald halb voll Wasser und bremst gewaltig; überhaupt, auch beim Anlegen ist es ständig im Weg, sodass ich es mal nach vorne oder seitlich ziehen muss. 13:24 Uhr legen wir vor der Portumna Bridge an, essen zum Aufwärmen eine heisse dicke Kartoffelsuppe. Wir müssen 1 Stunde warten, bis wir passieren und um 15.17 Uhr im Hafen von Portumna anlegen können. Wegen Scheibenwischer reklamiert, doch mit dem Werkzeug nichts zu machen!!! Wir hoffen sehr, dass es aufklart, damit wir morgen den heiklen Lough Ree überqueren können 39.6 km; 4 Std. 20 in Bewegung; Höchstgeschw. 12.1 km
Donnerstag, 31.05.2007 / Vollmond  Portumna – Athlone 9:30 Uhr Abfahrt; Dinghy mit Hilfe von Berlinern, die Übernacht unsere Nachbarn waren, vom Wasser befreit; sie geben uns auch ihren Adapter für den Wasserschlauch, weil sie ihr Schiff heute abgeben. Um 11:45 Uhr Meelick-Schleuse aufwärts passiert; die erste Aufwärts-Schleuse und kein Schleusenwärter in Sicht, dafür zwei deutsche Frauen, die uns helfen, mit Bootshaken die Festmacher in Empfang zu nehmen. Wetter ist sonnig bis bewölkt, etwas wärmer. Um 12:10 Uhr haben wir Banagher-Bridge und Hafen hinter uns gelassen. Wir wollen das Wetter nutzen, solange es nicht regnet; Bewölkung nimmt wieder zu. Nach Shannon-Bridge machen wir fest, um selbstgemachte Flädlisuppe zu essen (Pause 13:45 – 14:15 Uhr). Platzregen, Bewölkung und Sonnenschein wechseln ab. Bei Regen vorbei an Clonmacnoise, das wir ja auf dem Hinweg bereits besuchten. Anschliessend hat Fredi, da es „schont“, versucht zu fischen, während ich bei langsamer Fahrt gesteuert habe – ohne Erfolg. Nach Schleuse von Athlone – wieder im Regen – haben wir angelegt, im Dunesse unsere Vorräte aufgestockt. Fredi kocht Risotto /T-Bone-Steaks bei wolkenbruchartigem Regen. 20:30 Uhr sehen wir einen wunderschönen Regenbogen über der Schleuse von Athlone, dann einen doppelten – ein wirkliches Naturschauspiel, wie ich es noch nie erlebe: er spiegelt sich im ruhigen Wasser vor und in der Schleuse, wird so zu einem Kreis – wauh – ich bin total überwältigt und dankbar, dies erleben zu dürfen. Um 21:25 Uhr ist er immer noch schemenhaft sichtbar. Während ich dusche und lese, trinkt Fredi im Pub einen / mehrere Schlummerbecher – in Gesellschaft von 300 Lehrerinnen, die hier ihre „KUBIFA“ mit viel Alkohol begiessen und sich über jedes männliche Wesen freuen. Er kehrt happy, angesäuselt aufs Schiff zurück: „Das müsstest du gesehen haben…..“ 57.4 km; in Bewegung 6 Std. 26; 11.2 Höchstgeschwindigkeit
Freitag, 01.06.2007  Athlone – Dromod Bei herrlichstem Sonnenschein legen wir um 9.00 Uhr ab in Richtung Lough Ree. Ab Boje 6 – Höhe St. John’s Wood (Quaker’s Island) - zunehmende Bewölkung, wechselhaft. Erst jetzt können wir die Landschaft richtig geniessen, da es auf dem Hinweg bewölkt und regnerisch / schlechte Sicht war. Nach der Brücke von Lanesborough haben wir um 12.00 Uhr angelegt. Fredi will fischen, da hier von der Power Station gegenüber warmes Wasser in den Shannon fliesst, gut für besonders viele Fische; ausserdem sagt sein „Tamagotscheli“, dass um diese Zeit  die Fische am besten beissen. Um 13.05 Uhr gibt er es auf, die Fische kennen halt seine Prognosen nicht. Wind von Süd nach Südwest, 4 – 5. Vor der Schleuse Tarmonbarry muss Fredi ein paar Runden drehen, da bereits drei Boote am Anleger warten. 14:45 Uhr haben wir – vier Boote -  die Schleuse bewältigt, auch noch die von Roosky; entscheiden uns, nicht in Roosky anzulegen sondern zum Harbour von Dromod weiterzufahren, einen kleinen pittoresken Hafen. Wir haben allerdings nicht damit gerechnet, dass Holiday Weekend ist. Immer mehr und grössere Schiffe treffen ein, legen in drei Reihen an. Auch aus Wohnwägen und Jeeps strömen Familien mit Kindern: Familien, Freunde treffen sich hier. Keine Chance, hier morgen bei Zeiten wieder ‚rauszukommen! 58.6 km; 11.5 Km / h Höchstgeschwindigkeit; 6 Std. 39 in Bewegung
Samstag, 02. Juni 2007  Dromod – Carrick on Shannon Bei grösstem Regen und Wellengang hat Fredi um 9:45 Uhr das Boot aus Dromod Harbour hinausmanövriert; seine Millimeterarbeit war super. Zum Glück haben wir gestern bei herrlichstem Wetter Lough Ree und die anschliessenden heiklen Stellen bewältigt. Heute sässen wir in Athlone fest, und auch für morgen ist schlechtes Wetter angesagt. 10:30 Uhr ist die Railway-Bridge in Sicht und anschliessend folgen Albert Lock und Jamestown-Canal, der bei schönem Wetter richtig romantisch ist. Rechts und links Bäume, Sträucher, Vogelgezwitscher. Neulinge, die entgegenkommen, fahren Zick-Zack-Kurs, worüber wir jetzt lachen können. Im grössten „Schiff“ fahren wir durch die Brücke von Carrick on Shannon und legen an, um zu tanken, abzupumpen und Reparaturen in Auftrag zu geben. Bis am Abend um 18.00 Uhr sind diese – inkl. neuer Motor für den linken Scheibenwischer erledigt. Wir gehen inzwischen abwechselnd einkaufen. C.o.S. wimmelt von Gästen am holiday weekend; ein spezielles Schauspiel bietet der Wettkampf „Kanu fahrender Korbballspieler“, die hier in Zelten, Wohnwagen oder auf Schiffen nächtigen, ein ganz spezielles Völkchen aus verschiedensten Ländern des Nordens. Wir schauen auch unter schützendem Vordach dem Schauspiel ankommender und abfahrender Boote zu, die sich unter der Brücke bei starker Strömung und Wellengang in die Quere kommen oder sogar den Pfeiler „küssen“. 21.4 km; 11.2 Höchstgeschwindigkeit; 3 Std 11 in Bewegung
Sonntag, 03.06.2007  Carrick on Shannon – Drummans Island 10:20 Uhr Start bei grauem Himmel und Nieselregen zum Logh Drumharlow; Scheiben beschlagen; Sicht miserabel; wildromantische Landschaft: schmaler Fluss wechselt mit kleinen Seen ab. 11:15 Uhr Cootehall passiert anschliessend neue schöne Marina, die weitgehend privat ist; wir fahren weiter durch Oakport Lough bis zur Clarendon Lock, wo wir am Wehr vor der Schleuse eine Viertelstunde warten müssen, bis sie uns mit einem weiteren Schiff hochschleusen. Die Schleusenwärter müssen die Torbügel auf und zu drücken, da anscheinend die „Technik“ nicht recht funktioniert. Endlich sind wir in dem wunderschönen Lough Key, bewaldete Inselchen auf beiden Seiten. An der Drummans Island an einem kleinen Steg legen wir an 12:48 Uhr Es ist eine zauberhafte Moorinsel mit bis zu 5 m hohen Azaleen und Rhododendren, uralten Lebensbäumen, Bambus, herrliche Ausblicke aufs Castle, das mitten im See liegt. Fredi fischt, während ich die Insel erforsche: Bog Gardens, Forest Park, nature Trail …. Beim 2. Rundgang aussen um die Insel geniesse ich die Abendstimmung, Vogelstimmen, Wellenrauschen, Knacken im Unterholz… Wickinger Saga fällt mir ein, als ich mich an meinem Wishing Chair (nicht dem offiziellen) befinde, an einem magischen Ort …. Fredi hat inzwischen einen Karpfen und einen Egli gefangen. 16.1 km; 11.1 km/h Höchstgeschw.;1 Std 51 in Bewegung
Montag, 04.06.2007  Drummans Island – Boyle – Drummans Island Am morgen mache ich noch eine Wanderung zum offiziellen Wishing Chair, der mich lange nicht so begeistert wie der selbst entdeckte. Um 10:15 Uhr Abfahrt nach Boyle. Wir haben Zeit, geniessen die herrliche Sonne und schleppen, letztes ohne Erfolg. Auf dem Boyle Kanal fahren wir bis zum Hafen. Boyle ist landschaftlich wieder ganz anders, Landwirtschaftsgebiet. Vom Hafen in die Stadt ist es ein ganzes Stück, bis wir endlich Abbey und Irish Church entdecken und einige historische Stätten. In einem Pub bei Smithwicks lernen wir ein paar Einheimische kennen, die sich freuen, Schweizern zu begegnen. Ihre Angebote von weiteren „Halfs“ lehnen wir ab. Wir haben noch einen rechten Fussweg bis zum Hafen vor uns. Wir entscheiden, noch einmal bei Drummans Island anzulegen und hier unseren letzten gemütlichen Abend zu verbringen, da wir morgen unser Schiff in CoS abgeben und Mittwoch morgen via Transfer ab Dublin fliegen werden. Wir könnten es bei diesem herrlichen Wetter, in der wunderschönen Natur, mit hilfsbereiten Bootfahrern und hier am Abend mit 4 netten Schweizern gut und gern noch ein Weilchen aushalten.
Dienstag, 05.06.2007 Drummans Island – Carrick on Shannon Start um 9:00 Uhr bei herrlicher Sonne und Wind; da wir früh unterwegs sind, machen wir noch einen Abstecher nach Leitrim, um die Brücken und den Kanal zum Lough Allen – für ein anderes Mal – zu begutachten. Nicht umsonst haben sie hier die Durchfahrt für Schiffe bis maximal 4.0 m Breite begrenzt! Leitrim ist ein sehr kleiner Ort mit neuem Hotel und neuen Reihenhäusern; überhaupt wird überall entlang des Shannons sehr viel gebaut. Es entstehen neue Marinas und Ferienanlagen. Das schöne Moor wird einfach umgewälzt, die entstehenden Hügel liegengelassen; schade für diese schöne Natur! In CoS kommen wir um 12:30 Uhr an. Packen, putzen, auftanken, abmelden ist angesagt. Wir verpacken unwichtige und schwere Dinge in 3 Kartons (Paket bis 5 kg) und buckeln diese zur Post. Doch die Kosten sind höher, als die für das Übergewicht waren (rund 60 Euro pro Paket). Also nehmen wir sie wieder zurück zum Schiff und entsorgen, was nicht unbedingt mit nach Hause muss: Reiseunterlagen, Fredis Hose, Pullover von mir, Kosmetiks, Thermoskrug, etc….) Nach diesem Stress – und der Suche nach meinem Wohnungs- und Autoschlüssel, die nicht mehr auffindbar waren – beschliessen wir unsere Ferien mit einem feinen Abendessen in der Victoria Hall, einer weiteren umgebauten Kirche. Auf dem Schiff trinken wir unseren letzten Wein und geniessen noch zum letzten Mal die Sonne. Am nächsten Morgen müssen wir um 7.45 Uhr für den Transfer bereit stehen. 27 km; 3 Std. Fahrzeit, 11.7 km/h Höchstgeschwindigkeit
Unser Schiff:
Mittwoch, 06.06.2007 Carrick on Shannon - Heimreise Als ob uns der Shannon von seiner Besten Seite zeigen wollte, was nun zu Ende geht, wundervolle Stimmung an der Brücke. Es geht sehr früh los heute morgen, der Bus geht um 06:00 los um uns nach Dublin zum Flughafen zu bringen. Der Bus ist fast voll, er hat wohl von mehreren Marinas Passagiere abgeholt. Es geht nur kurz dem Shannon entlang, bevor er dann quer übers Land fährt. Unser Flug hat natürlich Verspätung, also bleibt genug Zeit um sich gründlich im Dutyfree umzusehen. Von Zürich geht‘s im Zug nach Sirnach, wo ja mein Auto steht, das mich dann nach einem Stop im Büro in Dättwil nach Neuchâtel zurück bringt.
Unsere Ferien auf dem Shannon, Irland 20.05.2007 - 06.06.2007           Gundel Kaiser und Alfred Pfister