© 2017 Alfred Pfister
Sizilien 2015
12. März 2015 Neuchâtel – Simplon Pass Gegen Mittag ging es nun endlich wieder los, nachdem ich erst noch ein paar wichtige Dinge erledigen musste. Auf der Autobahn nach Lausanne war um diese Zeit wenig los und so blieb es bis Autobahnende. Visp war wie üblich verstopft, aber man hat ja Zeit. Die Fahrt durchs Wallis ist immer wieder schön, obwohl es heute recht windig war und man sich gut am Steuer festhalten musste. Doch auf der Simplon Strecke waren mehrere Baustellen, mit Ampeln oder von Bauarbeitern geregelt, längere Wartezeiten. Aber auch nach den Baustellen ging es nur schleppend voran, diese LKW’s vor allem aus dem Osten sind einfach nicht für die Berge geeignet und so geht es nach jeder Ampel mit 20 bis 30 Kmh voran. Oben angekommen dann die grosse Schneemauer, eindrücklich wie viel Schnee hier auf 2005 MüNN noch liegt. Aber die Sonne brennt schon richtig warm, auf den Stühlen des geschlossenen Hotels kann man die Sonne geniessen. Doch schnell kühlt es ab und man ist froh wenn man in die „warme Stube“ kann. Die Sternen-Nacht ist immer wieder ein Erlebnis hier oben, nirgendwo Lichtquellen nur die stark funkelnden Sterne in der klaren Nacht. SP Simplon Pass; N 046°15’01.6“ E 008°02’03.6“ Km 234, Wetter sehr schön im Wallis 14°, auf 2000m 6°, Nacht -4°.
13. März 2015 Simplon Pass - Montemarcello Meine Heizung ist wohl die Nacht durchgelaufen, Eiszapfen am Kamin und am Boden ein Stalaktit aus Eis. Es ist noch -4.5° als ich aufstehe und mir Frühstück mache. Die ersten Touren- Ski-Fahrer sind dabei die Skis vorzubereiten um dann den Hang zu erstürmen. Ich fahre dann auch los, das Getriebe ruckelt noch ein wenig, das Öl wird wohl dickflüssig wie Honig sein. Ich muss wohl oder übel erst zwei-drei Minuten warm laufen lassen. Noch ein paar Fotos von der winterlichen Traumlandschaft dann geht es talwärts. In Domodossola will ich noch meinen Kühlschrank auffüllen, Fleisch, Wurst und Salat sind rar geworden, doch der Supermarkt hat alles was das Herz begehrt. Zum Glück gibt es wenig Verkehr die Baustellen sind einfach überall. Auch auf der Autobahn schiessen sie wie Pilze aus dem Boden. Eigentlich wollte ich ja heute nur bis in die Gegend von Alessandria fahren, aber da ich ja schon um die Mittagszeit da war, fuhr ich eben weiter. Links und rechts der Autobahn sind die Reisfelder bereit für den Anbau, sobald es wärmer wird, kann angepflanzt werden. Doch nach den Reisfeldern kommen bald die Hügel und damit die 1001 Tunnels vor Genua und das hört ja nicht auf bis Rapallo. Nun fahre ich von der Autobahn ab und folge der Küstenstrasse, ich will ja hier irgendwo einen Stellplatz für die Nacht finden. Dabei kommt mir der Zufall zu Hilfe, als das WOMO am Strassenrand parke, kommen zwei Männer daher und fragen mich ob sie mich auf das Foto bannen sollen, ich antwortete nein Danke aber vielleicht wüssten sie in der Umgebung einen SP für die Nacht. Beide (übrigens es waren nicht etwa Italiener sondern dem Dialekt nach wohl Kanadier) antworteten gleichzeitig, ja da in 5 Km Entfernung gebe es ein Dorf auf einem Hügel, da stehen scheinbar öfters WOMO’s, na dann nichts wie hin. Es ist zwar nur ein ganz normaler Parkplatz mit schöner Aussicht, aber von der freien Poolposition die frei war habe ich schöne Sicht auf die Berge im Hintergrund und die Strasse scheint auch nicht sehr stark ausgelastet zu sein, mal sehen. Nun geht es aber erst einmal ans Kochen, ich habe verschiedene Lammteile gekauft, Rippen und Schlegel, mal sehen was daraus wird, es duftet jedenfalls schon köstlich beim brutzeln in der Rotwein Sauce. So war es dann auch, zur Vorspeise gab es frischen italienischen Spargel, leider nur die obere Hälfte wunderbar, von der Mitte an reine Holzstäbe, als Hauptgang eben das wunderbare Lammfleisch mit Kartoffelstock, den Koch behalten wir, da kann man nicht meckern. SP Dorfparkplatz: N 044°02’36.2“ E 009°58’02.2“, Km 397,  Wetter wunderbar blauer Himmel, warm bis zu 18°, Nacht 10°

14. März 2015 Montemarcello – Sant Agostino

Heute Morgen ist es bewölkt, dichte Wolkendecke aber es ist mit über 10° doch recht angenehm. Nach einer ruhigen Nacht und einem ausgiebigen Frühstück konnte meine Reise weitergehen. Auf einer Raststätte konnte ich auch meine Toiletten-Kassette leeren und Wasser und Diesel nachfüllen, wir sind also fürs freistehen gewappnet. Ich fahre wieder auf die Autobahn bis nach Livorno, Carrara und Pisa lasse ich links liegen, ich war ja früher schon öfters in der Gegend. Den schiefen Turm kann man ja sogar von der Autobahn sehen. Unverweigerlich musste ich Lachen als ich ihn sah, als wir damals mit Olivia da waren, sah sie sich den Turm an und meinte: „Papa, auf diesen schrägen Turm gehen wir jedenfalls nicht rauf, sonst kippt der noch um“. Was er jedenfalls nach all den Jahren nicht gemacht hat. Es hat sehr wenig Verkehr heute, absolut keine LKW’s, ganz ungewohnt für Italien. Nur die Strasse um Grosseto herum hat sich leider auch nicht von selbst repariert, ganz schlimm die vielen Schlaglöcher, es gibt zwar immer wieder Baustellen aber da wird nur das nötigste geflickt. In einer dieser Baustellen meint meine Navi-Tante ich müsste nun rechts abbiegen, kein Wegweiser und eine sehr enge Abfahrt, heute folgen wir ihr mal, es geht durch ein paar kleine Dörfer, dann sind wir am Meer. Hier sollte ich rechts abbiegen, doch da ist keine Strasse, nur Felsen. Ich steige aus um die Situation zu klären, da sehe ich nördlich von diesen Felsen Windsurfer und Kiter, der Stell- Platz soll ja für diese Gruppe sein. Ich fahre ein Stück zurück und finde auch eine Abzweigung die in einem Sandweg weiterführt, langsam kommen wir der Sache näher, da stehen jede Menge Autos mit Surfbrettern beladen und ein WOMO, ich frage den Besitzer ob man hier wirklich übernachten dürfte, kein Problem, ich stellte mich also dazu hinter der Düne mit Blick auf den Strand, toller Platz. SP Sant Agostino in den Dünen: N 042°10’30.1“ E 011°44’11.7“, Km 320,  Wetter wolkig, zwischendurch Aufhellungen, 16°
15. März 2015 Sant Agostino - Paestum Durch das Rauschen der Wellen geweckt werden ist doch auch wieder einmal schön. So geht es recht zeitig los, immer weiter in Richtung Süden. Da es leicht anfängt zu regnen, beschliesse ich auf die Autobahn zu fahren mit fotografieren ist doch nichts zu machen. Es hat mehr Verkehr als Gestern, natürlich auch weil ich in die Nähe von Rom und später Neapel komme. Die Strasse beim Flughafen Rom ist auch immer noch gleich voller Löcher wie vor Jahren. Bei einer Tankstelle will ich noch meine Gasflasche füllen. Erst reklamiert der Tankwart weil ich über den Innenanschluss füllen will, er sieht sich kurz um, dann füllt er trotzdem, er meinte das sei nicht rechtens, der Betrag ist € 9.30 für 14 Liter, er verlangt € 14, gibt mir aber auf den € 20 Schein nur € 5.00 zurück, als ich ihm auf der Säule den Betrag in Euro zeige, gibt er mir einen weitern € 5er, meint dann noch frech der Rest sei für seinen Kaffee, auch hier sieht man, die italienischen Tankwarte haben ihre Gewohnheiten die Touristen über den Tisch zu ziehen nicht verlernt. Vor Paestum fahre ich ab der Autobahn, ich will ja zu den Ausgrabungen, doch wie so oft stimmen die Koordinaten im Camping-Führer überhaupt nicht, da wo er sein sollte ist nichts. Der zweite Platz da ist in einer Senke und direkt an der Strasse, also auch nichts, bleibt noch der Platz direkt beim Eingang zu den Ausgrabungen, doch hier stört vor allem der Preis, € 24.00 für einen SP ohne Strom, Duschen oder Sanitär auf gestampfter Erde, das ist dann doch übertrieben, kurz entschlossen fuhr ich ans Meer runter, der Weg war zwar eine echt Zumutung, Löcher und Bodenwellen in der Sandpiste, da stehe ich nun am Strand mit Aussicht auf die ganze Bucht für € 0.00. Im Sommer ist hier sicher viel los, aber zu dieser Jahreszeit ist noch alles geschlossen. SP Parkplatz am Strand; N 040°26’59.1“ E 014°57’59.2“ Km 404, Wetter etwas regnerisch, 16°
16. März 2015 Paestum – Castrocucco di Maratea Heute Morgen nach dem Frühstück fuhr ich zurück zu den Ausgrabungen. Ich sah mir das von Aussen an und stellte fest, dass ausser ein paar Säulen doch viele Gebäude sehr stark zerstört sind, man brauchte also viel Fantasie um da noch was zu erkennen. Ich liess es also beim Betrachten vom Zaun aus und fuhr weiter. Nach kurzer Zeit kam eine grosse Umleitung da die SS-18 gesperrt war. Ichmusste also an die Küste ausweichen. Na wenn ich schon mal hier bin, kann ich auch weiter der Küste folgen, gedacht, getan. Die Strasse wurde zwar immer enger aber der Ausblick war doch sehr schön. Bei einem Supermarkt noch die Vorräte auffüllen und wir können wieder für ein paar Tage freistehen. Dann ging es wieder zurück auf die SS- 18 und nun fing das eigentliche Kurven fahren erst richtig los. Berg rauf, Berg runter, enge Kurven und noch engere Brücken lösten sich ab, doch die Highlights waren dann die Dörfer, wo die Italiener trotz enger Strasse natürlich der Bequemlichkeit halber auch noch parkieren. Zum Glück war ja sehr wenig Verkehr, im Sommer würde ich diese Strecke auf alle Fälle meiden. Ich hatte mir ja einen SP nochmals am Meer ausgesucht und da stehe ich nun auf Sand mit einem grossen Strand davor. Doch auch hier gibt es natürlich einen Dorftrottel, der zieht mit seinem Motorrad ohne Nummernschild oder Auspuff seine Runden über den Strand und rund um mein Wohnmobil. Vielleicht war es ja auch ein wenig Wunschdenken meinerseits, auf alle Fälle fiel er auf die Schnauze und so war der Spuk dann auch bald wieder vorbei. In der Ebene hinter dem Strand wird heftig Gemüse angebaut und geerntet, vor allem die überall präsenten Artischocken, aber auch Blumenkohl und Broccoli wird angeboten. Leider versteckt sich nun auch die Sonne hinter dicken Wolken, ich hoffe nur dass es nicht all zuviel regnet, sonst müsste ich mich wohl an einen trockeneren Platz verziehen. SP am Strand; N 039°56’02.6“ E 015°45’04.5“, Km 158, Wetter bewölkt, später ganz bedeckt bis 20° heute.

17. März 2015  Castrocucco di Marateab - Palmi

Es geht weiter gegen Süden heute. Es regnet aber trotzdem will ich ja weiterkommen. Ich folge weiter der SS-18, sie führt ja weitgehend der Küste entlang. Der Regen lässt auch langsam nach und zwischendurch lässt sich sogar die Sonne blicken. Ich fahre den CP an den ich ausgesucht hatte, aber kein anderes WOMO da, und auch das Restaurant ist geschlossen, zudem ist das Ganze soweit von allem weg, ich fahre also weiter. In Palmi fahre ich an den Hafen runter, da steht auch schon ein englisches WOMO direkt am Strand, doch ich fahre erst mal weiter, die Koordinaten im Buch stimmen einmal mehr nicht, also erst mal bis ans Ende des Hafens fahren. Da sehe ich in einem kleinen Parking ein anders WOMO stehen und sehe mir das an, nicht schlecht, alles inbegriffen für € 10.00, da kann man nicht reklamieren, das WIFI ist zwar wie üblich langsam aber so kann ich am Strom endlich alles wieder malrichtig aufladen und Entsorgen. SP Prajola, Palmi; N 038°23’33“ E 015°51’40“, Km 234, Wetter anfangs Regen nachher bewölkt bis 19°.

18. März 2015  Palmi – Zafferna Etna

Nachdem Wasser gebunkert ist und die WC-Kassette geleert sind kann es weiter gehen. Meine schlaue Navi-Tante schickt will mich wieder über abenteuerlich Strassen zurück auf die SS- 18 schicken, doch nach einigen Kilometern ist Schluss, die Strasse ist ohne Vorwarnung gesperrt, also wieder alles zurück um auf dem genau gleichen Weg wie gestern zurück zu fahren. Nach kurzer Fahrt auf der SS-18 geht es dann weiter auf die Autobahn A-3. Viele Tunnels mit ebenso vielen Baustellen bremsen den Vorwärtsdrang. Dann sehe ich eine Abzweigung zum Hafen aber meine Tante meint ich solle die nächste Abfahrt in 4 Km nehmen, na sie wird es ja wissen, doch da angekommen gibt es weit und breit keine Abfahrt, also noch mal weiter bis zur nächsten Abfahrt und dann alles zurück, ich spare nicht mit Flüchen über den Stuss. Dann das übliche wer weissen welche Fähre ist nun die Richtige? Beim ersten Terminal dann die üblichen Schlepper die einem an die Schalter ziehen wollen, diese Typen kann ich nicht ausstehen, also einfach umdrehen und weiter fahren. Beim nächsten Terminal sieht es besser aus, ein Ticket Schalter direkt neben der Zufahrt, klappt doch, mit € 59.00 ist man dabei. Anstehen und aufs Schiff fahren geht sehr flott, und die Fähre legt auch gleich ab, vom Ticketkauf bis zum losfahren vergehen keine 15 Min. das ist doch mal Service, ganz untypisch für Italien. Wie immer ist viel Schiffsverkehr in der Meerenge von Messina. Meine Fähre fährt auch nicht in den Innenhafen, sondern legt direkt gegenüber vom Auslaufort an, dafür muss man nun durch die ganze Stadt fahren, das ist um die Mittagszeit kein Zuckerschlecken. Ich brauche 45 Min. um da durchzukommen. Es geht weiter der Küste entlang und bald grüsst die Isola Bella bei Taormina. Immer wieder ein schöner Anblick, was die vielen Touristen erklärt. Bei Naxos wollte ich eigentlich auf den SP fahren aber der gefällt mir überhaupt nicht und ich fahre weiter, wieder will mich meine Tante auf die exotisten Wege führen, ich muss sie einfach ignorieren. Bei Riposto soll es 2 Parkplätze geben, einer davon direkt am Meer, also da fahren wir hin, nur um zu finden, dass da natürlich in der Zwischenzeit Verbotsschilder für Camper stehen. Der zweite nahe der Innenstadt hat keine Schilder aber er ist nicht sehr eben und zudem weit vom Schuss, ich will ja heute im Restaurant essen gehen. Also wieder weiterfahren. Da ich ja Morgen auf den Ätna will, fahre ich in die Richtung, da soll es ebenfalls einen SP direkt im Dorfkern neben einer Pizzeria geben. Einmal mehr sehr enge Strassen, 2 Mal muss ich passen und eben weiterfahren bis eine Abzweigung kommt die ich auch befahren kann. Doch dann geht es endlich bergauf und auf etwa 600 über Meer finde ich auch den besagten Dorfplatz. Ich quetsche mich in die hinterste Ecke direkt unter einem grossen Beleuchtungsmast. Es herrscht reges Treiben auf dem Platz, vor allem von Leuten die an einem Wasser-Spender ihre mitgebrachten Flaschen füllen, ich sehe mir das an, sogar Wasser mit Kohlensäure kann man wählen, aber leider braucht man eine Karte von der Gemeinde, € 0.03 für normales Wasser, € 0.05 mit Kohlensäure. Am Abend mache ich mich Landfein um in der nahen Pizzeria zu essen, aber leider haben sie ausgerechnet heute eine geschlossene Gesellschaft, ich muss mich nach was anderem umsehen. Es gibt noch 3 andere Pizzerias im Dorf, bei selbst der 3. versuche ich es mal. Ich bin der einzige Gast, trotzdem warte ich 40 Min. auf meinen Salat, zudem ist es saukalt in dem Laden, die Türen öffnen sich immer wieder von. Die Pizza ist mittelmässig, aber es ist immer noch besser als selbst zu Kochen und dann Abzuwaschen. SP auf dem Kennedy Platz; N 037°41’17.2“ E 015°06’18.5“, Km 151, leichter Regen und bewölkt. 18°, Nacht 12°

19. März 2015  Zafferna Etna - Brucoli

Heute Morgen will ich mir den Ätna aus der Nähe ansehen. Es geht mit vielen Haarnadel-Kurven bergauf, aber die Strasse ist erstaunlich gut und auch recht breit. Bald liegt auch Schnee neben der Fahrbahn, und es kommt auch Nebel auf, kein gutes Omen um den Berg gut zu sehen. Die Schneemauern entlang der Strasse werden höher, da kommt mir auch schon der Schneepflug entgegen, er hat Ketten aufgezogen, was das wohl wird, man kann ja bis auf 2000 müM hochfahren, bis jetzt ist die Strasse aber geräumt, und so bleibt es auch. Nun warte ich in einer Ausweichstelle bis sich der Nebel und die Wolken verziehen um ein Foto zu machen. Für etwa 2 Min. zeigt er sich, dann ist wieder alles verschwunden. Ich kehre eben ins Tal zurück. In Catania soll es einen sehr schönen CP geben, den will ich mir ansehen, eine Einbahnstrasse führt dahin und sie wird immer enger. Auf dem Platz sind wiedermal keine Gäste und so direkt beim Hafen ist auch nicht so toll, es wird weiter gefahren, doch die Strasse wird noch enger und an jeder Ecke sind noch Fahrzeuge geparkt eine wahre Herausforderung, ich muss sogar den einen Spiegel einklappen damit ich an einem Lampenmast vorbei komme. Doch wieder einmal ist Mittagszeit und ich bin in Catania unterwegs, ein Graus. Nachdem ich endlich durch bin, fahre ich ein Stück auf die Autobahn um dann bei der Ausfahrt Augusta abzufahren. Ich will nach Brucoli auf einen SP direkt am Meer. Über kleine Strassen komme ich ans Meer, am Ende des Fischerdorfes finde ich auch den Platz, direkt hinter einer Festung mit Leuchtturm. Der Platz ist eigentlich ein Felsen mit Schotter dazwischen, keine Ecke ist einigermassen eben. Ich sehe mich erst um, dann meint ein Österreicher da vorne sei eben einer weggefahren, das sollte gehen da. Tatsächlich klappt das auch, die vier Räder stehen einigermassen im Lot, drum herum sind Felsnasen die vorstehen aber der Platz hat die schönste Aussicht. Es stehen schon 4 WOMO’s da und eben kommt noch ein fünfter dazu. SP Comunale; N 037°17’04.2“ E 15°11’11.0“, Km 111, Wetter erst Nebel am Nachmittag schön über 20°
20. März 2015  Brucoli Ruhetag Heute ist bei den anderen Aufbruchstimmung, fast alle reisen ab, nur der Österreicher bleibt noch, er kommt schon seit vielen Jahren her und so konnte er mir ein paar gute Tips geben wo man gute Stellplätze findet. Ich schalte mal kurz den Fernseher ein um zu sehen wie es mit der Sonnenfinsternis aussieht, sie zeigen Bilder von den Färoer Inseln, da wird es ganz schön dunkel. Für mich heisst es jetzt erst mal ins Dorf wandern, ein wenig einkaufen. Beim Fischer werde ich schon mal fündig, ich kaufe Vongole und eine Seezunge. Auch der Fleischer kriegt Besuch von mir, die Auslage ist mehr als bescheiden, ich frage ihn nach einem Steak, er verschwindet und bringt ein schönes Stück Entrecote daher na also mal sehen wie es schmeckt. Nun fehlt nur noch Wein und Brot, beim Minimarket sind einige dabe mit einem schwarzen Glas das sie herumreichen, die Sonne zu beobachten, tatsächlich fehlt oben ein Stück Sonne. Ich finde Weiss- und Rotwein, es kann also zurück gehen. Die Lücken in den WOMO Reihen füllen sich schon wieder auf, wie der Österreicher gesagt hat, auf’s WE kommen die Italiener auf den Platz. So eine Wanderung durch’s Dorf macht hungrig, ich koche mir eine Portion Spagetti mit den Vongole, ein Glas Weisswein dazu, himmlisch, wie im Urlaub. Nach dem Mittagsschläfchen wird wieder einmal der Staubsauger fällig, am Meer schleppt man eben immer wieder Sand ins WOMO. Keine Km, Wetter schön und warm 20°, einige hohe Wolken.
21. März 2015  Brucoli Ruhetag Seit gestern Nacht hat sich der Platz hier ganz schön gefüllt mit Italienern. Kreuz und Quer stehen sie und mauern sich gegenseitig ein. Zum Glück ist er vor meinem Platz sehr Felsig und uneben, sonst würde sich wohl noch einer davor stehen. Nach dem Frühstück mache ich mich auf den Bummel durchs Dorf, die Auslage des Gemüsehändlers ist gleich übersichtlich wie gestern, im kleinen Supermarkt ist viel los. Auch die Dorfkneipe wo ich meinen Kaffee geniesse ist gut besucht. Trotzdem ist heute was anders, der Ätna zeigt sich heute am Horizont, zwar noch im Dunst, trotzdem sehr eindrücklich. Leider hält das Schauspiel nicht lange an, nach nicht mal einer Stunde ist alles vorbei und er verschwindet wieder völlig im Dunst meine geschossenen Bilder sind nicht sehr klar aber besser als gar nichts. Als Snack brate ich mir die gestern erworbene Seezunge, schmeckt super, Nur Fisch und Salat. Und immer wieder kommen Neue dazu, nun bin auch ich eingemauert, so ein Idiot hat sich doch tatsächlich quer vor mich gestellt, keinen Meter vor meiner Schnauze, die Hirnlosen sterben wohl auch hier nicht so schnell aus. Er steht so nahe dass ich sogar bei ihm Fernsehen kann.
22. März 2015  Brucoli Ruhetag Heute Morgen beim Aufwachen regnet es ganz leicht, also umdrehen und unter die Decke kriechen. Der Spuk dauert aber nicht lange, es ist nur noch trüb. Ich geniesse den sich durch mein spätes Aufstehen sich ergebenden Brunch. Nur die Fischer unter den Wohnmobilsten sind schwer bewaffnet unterwegs, toll was die alles mit sich rum schleppen. Hoffentlich fangen die nicht zuviel, sonst können sie ja gar nicht alles schleppen, doch damit rechnen sie wohl schon. Für den Sonntag hat sich der Küster der nahen Kirche wohl was besonderes ausgedacht, es gibt Kirchenlieder ab Band. Der Glockenturm der Kirche scheint extrem baufällig zu sein, daher schlagen die Glocken nur die Stunden, geläutet wird ab Band über einen grossen Lautsprecher im Turm. Das gilt auch für das mittägliche Glockenspiel um 12:00. Eine nette Idee, doch es scherbelt doch recht stark
23. März 2015  Brucoli - Portopalo di Capo Passero. Heute will ich wieder ein bisschen weiter kommen. Nach dem Frühstück und dem grossen Wegräumen ging es los. Doch erst musste ich im Dorf meine Wasser Vorräte aufstocken. Da ist mir einer zuvor gekommen, ich musste ewig warten, der Bursche war die Kompliziertheit in Person. Nun zuerst noch zur GPL Tankstelle eine meiner Gasflaschen wird langsam leer. Die Koordinaten für die Tankstelle hatte ich von meinem Österreichischen Nachbarn. Meine TO-DO Liste wurde kleiner, aber noch immer war da das baldige Leeren der WC-Kassette und das Einkaufen. Für das Erste fand ich eine geeignete Tankstelle auf dem kurzen Autobahn Abschnitt auf den mich meine Navi-Tante geschickt hat. Das andere besorgte ich bei einem Lidl am Wegesrand. So sind wir wieder für ein paar Tage autark. Als möglichen SP für heute Nacht sehe ich mir den Platz in Lido di Avola an, schon beim finden hatte ich Probleme, die Strasse nach Navi gab es wieder einmal mehr nicht, auf Umwegen fand ich den Platz, nur um ihn für ungeeignet zu halten, also weiter in Richtung Süden. In Marzamemi soll es eine Möglichkeit geben, auf dem grossen Platz sind schon 2 WOMO’s, aber auch dieser Platz gefällt mir nicht, keine Sicht aufs Meer, hinter einer Mauer, also weiter. Am Dorfausgang bei der Marina gäbe es eine Möglichkeit, aber da liegt viel Dreck und Müll herum. Nächstes Ziel Portopalo, der südlichste Punkt von Sizilien, schon am Dorfeingang erinnerte ich mich, dass wir damals 2008 schon einmal hier waren. Da am Hafen werden wie damals Fische und Schalentiere ausgeladen von den Fischerbooten. Da will ich bleiben, erst stelle ich mich ganz am Anfang des Hafens hin, doch da gibt es ein Stück offenes Meer und es bläst ganz gehörig. Dann eben doch auf die Mole, da ist es hinter der Hafenmauer doch ruhiger. Ein Fischer entlädt gegenüber seine Fische und Crevetten, doch leider sind alle vorbestellt, better luck tomorrow. SP auf der Hafenmole; N 036°40'09.1" E 015°07'25.3", Km 109, Wetter sehr schön bis 24°, stark windig.
24. März 2015 Portopalo di Capo Passero- Marina di Ragusa. Es war doch eine recht unruhige Nacht, ich weiss nicht wann die Leute da schlafen, bis tief in die Nacht war ein Verkehr auf der Mole wie in einer Grossstadt. Die Autos und Motorräder fuhren einfach der Mole entlang bis zum Ende, drehten und das Ganze wieder zurück. Heute Morgen war auch das englische Schiff, das gestern lebende Fische geladen hatte, wieder zurück, ich fragte einen von der Besatzung was sie mit diesen Fischen machen, die Erklärung, am Ende des Hafens ist eine Fischzuchtanstalt, von da werden die Fische in grossen Tankwagen aufs Schiff gebracht und diese beliefern damit die Fisch-Farmen im Meer, heute hätten sie nur um die Ecke liefern müssen, aber sonst seien sie im ganzen Mittelmeer unterwegs, dabei sehr oft in Tunis. Mit diesem Wissen fuhr ich nach dem Frühstück los, so weit wie möglich der Küste entlang, doch als Erstes noch den Leuchtturm fotografieren, der doch etliche Kilometer vom Meer weg, mitten im Dorf steht. Mein österreichischer Nachbar hatte mir ja auf der Karte einige seiner bekannten SP’s eingetragen, da wollte ich doch sehen ob da was vernünftiges dabei ist. Der Erste bei Pozzallo wäre ja nicht schlecht, direkt am Hafen hinter der Fähre die nach Malta fährt, doch gleich daneben ist ein sehr teurer offizieller SP, ich weiss nicht wie die reagieren wenn man direkt vor ihrer Haustüre frei parkiert, zudem greift der auffrischende Wind voll auf’s WOMO, also nochmals eine unruhige Nacht, ich fahre weiter. Die nächsten Plätze wären in Marina die Modica und Sampieri, wieder das selbe, ganz nahe an einem offenen SP und doch sehr exponiert, der Wind ist auch noch stärker geworden. Ich gebe also ins Navi die Koordinaten vom Camping ein wo wir seinerzeit in 2008 waren und fahre weiter. Doch kurz vorher kommt ein Schild für einen SP in Marina die Ragusa, nach meinem Führer ist der ganz neu von der Gemeinde angelegt worden, besichtigen kostet ja nichts. Tatsächlich ist der Platz neu, hat Wasser und Entsorgung, nur leider keinen Strom. Ich finde eine windgeschützte Stelle hinter Bäumen, da bleiben wir, wenn auch ganz alleine und ohne Meersicht. SP Comunale; N 036°47’18.6“ E 014°32’48.8“, Km 78, Wetter windig, ab und zu Regentropfen, über 20°
25. März 2015 Marina di Ragusa - Punta Braccotto. Erst mal entsorgen und Wasser auffüllen, dann geht es auf die kurze Reise ins Camping Scarabeo. Ich sehe mir die drei Campings vor Ort an, entscheide mich dann aber doch für den mir bekannten Platz. Noch ein kurzer Besuch im kleinen Dorfladen, da habe ich letztes mal guten Wein gekauft. Dann einchecken, die Besitzerin meinte sie hätte mich schon mal gesehen, was ich mit ja 2008 bestätigen konnte. Der Platz ist zwar recht eng, ich muss mich quer stellen, dafür an vorderster Front. CP Scarabeo, N 036°48‘58.3“ E 014°27‘57.8“, Km 12
26. März 2015 Punta Braccotto Ruhetag. Nach dem Superwetter gestern, heute nun das pure Gegenteil. Trüb und Nass, man mag sich kaum nach draussen wagen. Aber ich habe ja Internet und so kann ich endlich meine Mails und meine Blogs von der Reise absetzen. Zudem will das Tablet sich unbedingt auf den neuesten Stand bringen, ich habe ja für 10 Stunden gebucht, soll sich das Ding eben selber sein Update holen und installieren. Als weiterer Job muss ich ein paar Plätze für nächste Woche suchen und planen, an Ostern wird es ja wohl auch hier recht turbulent zugehen. Als der Regen ein wenig nachlässt, gehe ich auf die Suche nach den 2 Sternen die hier irgendwo sein sollen, aber so wie es aussieht sind sie abgereist. CP Scarabeo, N 036°48‘58.3“ E 014°27‘57.8“, Wetter schlecht viel Regen und trüb.
27. März 2015 Punta Braccotto - Eraclea Minoa Heute hat sich das Wetter gebessert, ich fahre weiter. Ich finde einen schönen Platz direkt am Meer, aber wieder einmal ist er dem Wind voll ausgesetzt und es rüttelt kräftig am WOMO. Ich mache eine Pause und fahre dann weiter. Doch nun nähere ich mich der Stadt Gela, vor deren Kriminalität man mich mehrfach gewarnt hat, auch da gibt es nur eins, weiterfahren. Auch der nächst Platz am Hafen von Licata ist nichts Besonderes, also wieder weiter fahren. In der Nähe der Stadt Agrigento komme ich am Valle die Templi vorbei, sehr eindrücklich diese vielen antiken Bauten auf der Hügelkette. Bei den Ausgrabungen von Eraclea Minoa soll es einen Parkplatz geben, ich fahre hin. Tatsächlich gibt es da einen recht grossen Platz, aber nicht da wo er nach den Koordinaten sein sollte. Der Platz ist allerdings nach allen Seiten abfällig, auch mit Keilen wird das wohl schwierig. Ich entschliesse mich, erst doch noch den Campingplatz am Fusse der Klippen anzusehen, leider ist er trotz Schild zu, die Strasse dahin wird wieder zu einem Geduldspiel, ich muss eine lange Strecke rückwärts fahren, es gibt keine Wende Möglichkeit. Dabei kratzen die niedrigen Sträucher den Seitwänden und dem Dach entlang. Es fängt auch wieder leicht zu regnen an, also zurück auf die Klippen. Ich fahre rückwärts in einen Feldweg ohne Weiterfahrt rein und stehe da eigentlich ganz gut und vor allem ruhig, niemand will Nachts die Ausgrabungen besuchen. SP bei den Ausgrabungen; N 037°23’37.7“ E 013’17’00.9“, Km 171, Wetter warm 20° einige Wolken, abends bedeckt.
28. März 2015 Eraclea Minoa - Sciacca Nach dem Frühstück mache ich mich auf die griechischen Ausgrabungen auf den Klippen anzusehen. Es ist alles in einem recht schlechten Zustand, obwohl sie die Arena und einen Wohnhaus Komplex abgedeckt haben. Bei der Arena muss man sogar aufpassen, dass man nicht eine von den Wellblech Abdeckungen auf den Kopf kriegt, sie sind loose und wackeln im Wind vor sich hin. Nun verlasse ich meinen Übernachtungsplatz auf den Klippen um weiter in Richtung Westen zu fahren. So weit sind es bis zu meinem nächsten Ziel nicht. Das letzte Stück durch die Innenstadt wird aber wieder zur Geduldsprobe, eng, steil und natürlich wieder überall zugeparkt bis zum geht nicht mehr. Dann schickt mich meine Navi-Tante auch noch in eine Sackgasse, also rückwärts raus. Ich sehe schon die WOMO’s am Hafen stehen, trotzdem muss ich erst wieder zurück um da hin zu kommen. Doch dann klappt es endlich, es stehen schon 2 deutsche und ein belgisches WOMO da. Der Platz ist riesig und es wird wohl trotz Wochenende nicht voll hier. Ich schnalle meinen Rucksack um, es geht zum Einkaufen. Beim Fischer kaufe ich Vongole und Fisch, heute gibt es wieder Spagetti mit Vongole. Auch im Supermark ganz in der Nähe schaue ich vorbei, ich brauche ja Weisswein für den Fisch. Leider war das Vongole Menü nicht so toll, mehr als die Hälfte der Muscheln ist nicht aufgegangen, daher habe ich sie sicherheitshalber weggeschmissen. Dafür hat der italienische Chardonay um so besser gemundet. Am Abend dann das übliche Spektakel, die ganze Jugend auf ihren Motos wollten ihre Künste auf der Mole zeigen, bis weit nach Mitternacht hat das Geknatter angedauert, zum Ärgernis der inzwischen auf 10 WOMO’s angewachsenen Gemeinde. SP am Hafen bei der Küstenwache: N 037°30’17.6“ E 013°04’32.3“, Wetter bewölkt, auf den Abend ein paar Tropfen, 20°
29. März 2015 Sciacca Ruhetag oder so ähnlich. Es wurde also eine kurze Nacht, nicht zuletzt auch wegen der Umstellung auf Sommerzeit, denn heute beim Frühstück waren diese Plagegeister schon wieder mit ihren knatternden Ungetümen da lärmten und fuhren ihre internen Rennen. Die anwesenden Carabinieri schauten dem Treiben auch nur unverständlich zu, auch diejenigen ohne Helm oder gar die zu dritt auf diesen 50cc Maschinen unterwegs waren, wurden nicht etwa angehalten. Zu diesen Moped-Cowboys gesellen sich heute auch noch die Garde der Musik-Freaks dazu, mit voller Pulle an Bässen geht es über die Mole, die kleinen 500er scheinen bei dem Schallpegel vom Boden abzuheben. Die Insassen hören davon sicher wenig, die Cap’s unddie Kapuzen darüber dämpfen sicher den Schall erheblich. Heute findet auch eine Segel-Regatta vor dem Hafen statt, nach den Booten zu urteilen sind das keine armen Italiener. Die Moto-Plage ist heute Abend bedeutend geringer als gestern, vielleicht müssen ja doch einige von den Freaks am Montag rechtzeitig aufstehen. Dafür sind viele PW’s auf dem Platz, die Leute flanieren auf der Promenade. Auch die Preisverteilung von der Segelregatta findet nebenan statt, es ist viel los, duzende von Pinguinen rennen mit vollen Häppchen Plateaus herum, und es wird kräftig geprostet. Dann gibt es noch einen weiteres Spektakel, die vielen wilden Katzen streiten um meinen Kotelett Knochen, das geht richtig wild zu. Da braucht man gar keinen Fernseher, alles findet auf der Mole statt.
30. März 2015 Sciacca - Marsala Heute soll es weiter gehen, ich muss unbedingt die WC-Kassette leeren, sie ist schon übervoll, aber hier am Hafen gibt es nirgends eine Möglichkeit. Ich fahre also in Richtung Nord-West. Bei einer Tankstelle werde ich dann fündig, endlich kann ich die Brühe loswerden. Ganz in der Nähe der Tankstelle sehe ich einen Früchtehändler, der bietet Erdbeeren für € 5.00 das Gebinde. Für mich reicht ein halbes, kein Problem, aber immer noch sehr viele Erdbeeren. Da gibt es nur eine Lösung, bei Lidl einen 1 Kg Becher griechisches Naturjogurt holen und mein eigenes  Fruchtjogurt kreieren. Es schmeckt köstlich mit so vielen Früchten drin. Jetzt fehlt nur noch der Stellplatz für Heute, auf dem Weg zum Hafen soll es Parkplätze geben, doch wie komme ich da hin, ich bin auf einer Parallel Strasse und es gibt keine Verbindungs-Strasse ans Meer. Doch kurz vor dem Hafen klappt es und da stehe ich nun hinter einer riesigen Mauer aus Seegras Blättern, die von der sehr starken Dünung immer wieder aufgetürmt werden. Auch der Wind bläst immer noch sehr stark, ich hoffe das legt sich bald, wenn ich im Norden zum Capo san Vito fahren will, kann ich keine stürmischen Winde gebrauchen sonst soll es da sehr ungemütlich werden. Innert kürzester Zeit ist meine Windschutz Scheibe dick mit Salz verkrustet, zum Glück bin ich nicht der Versuchung erlegen vorher den Wagen zu waschen, die Anlage dazu war 100m vor der Abzweigung hierher. SP vor dem Hafen; N 037°47’09.5“ E 012°26’42.7“, Km 90, Wetter sehr schön über 20°, stark windig.
31. März 2015 Marsala - San Vito lo Capo Heute Morgen war mein Wagen wirklich von Salz verkrustet, ich opfere also eine Portion Süsswasser um wenigstens die Scheiben frei zu kriegen. Doch dann geht es weiter, ich fahre in Richtung der Salinen, sich den dort vorhandenen Stellplatz anzusehen kann ja nicht schaden. Die Strasse führt auch schön dem Meer entlang, mit Ausblick auf die grossen Trockenbecken. Mit Hilfe von Windrädern wird das Seewasser in die Becken gepumpt. Der laut Buch das ganze Jahr über geöffnete Platz ist zu, aber ein wenig weiter gibt es einen recht grossen Platz von hier aus geht das Ausflugsboot auf die Insel Mozia. Sofort ist auch ein „Hochoffizieller „ da um einzuweisen, obwohl überall Schilder stehen, dass der Platz gratis sei. Ich mache ein paar Bilder und fahre dann weiter es geht nun gegen Norden. Der Wind ist heute nicht allzu stark, mal sehen ob wir es zum Kap schaffen. Nach Trapani geht es ins Gebirge, die Strasse steigt bis auf fast 300müM. Die Aussicht ist sehr schön, schroffe Felsen fast wie auf den Lofoten. Doch auch hier am Kap dasselbe Problem, der ganzjährige SP ist geschlossen. Ich sehe mich nach Ersatz um und fahre da mal der Küste entlang die Strasse wird immer kurviger und schmäler, das natürlich ohne Wende Möglichkeit, es wird weiter gefahren. Die Aussicht von da oben ist berauschend, in Richtung Westen hat es allerdings dicke Wolken, aber an den Berggraten stauen sich schneeweisse Wolkenbänder. Ich mache ein paar Fotos, da kommt ein Bus in die gleiche Richtung, ich lasse ihn vorbei um ihm dann zu folgen. Es geht bis ans Ende der Welt, beim Eingang zum Nationalpark endet die Strasse in einem Schotterplatz. Er ist gut besucht, unter vielen PKW’s auch ein WOMO und 2 KAWA’s. Ich stelle mich erst mal ans Ende der Schlange, um dann wenn es mehr Platz gibt zu wenden und an einer breiteren Stelle zu parken. Einen Meter neben der Aufbautüre geht es 100 m steil zum Meer runter, zum Glück bin ich kein Schlafwandler. Sonnenuntergang Bilder wird es heute keine geben, die Sonne verschwindet schon vor 16:00 hinter den hohen Bergen, dafür vielleicht Morgen einen schönen Aufgang aus dem Meer. SP am Nationalpark; N 038°07’30.9“ E 012°47’17.5“, Km 94, Wetter sehr schön über 20°, schwach windig.
1. April 2015 San Vito lo Capo - Trappeto Gegen Mitternacht ging es los, der Wind frischte sehr stark auf und es wurde richtig ungemütlich, sogar soweit, dass ich mich hinters Steuer setzte und etwa 50 m zurückfuhr um wenigstens hinter dem Buschwerk ein wenig Schutz zu finden. Doch es half alles nichts, die stark böigen Fallwinde von den Felsen rüttelten so am Aufbau, dass man sich wie in einem Schüttel-Becher vorkam. Schlafen war echt schwierig und vor 6:00 Uhr entschloss ich mich zum Ort zurück zu fahren. Die Sonne beleuchtete schon mal den Horizont. Kurz vor dem Ort fand ich eine Abzweigung wieder ans Meer runter, und so fand ich Schutz hinter einigen Felsen. Nun konnte ich in aller Ruhe meine Dusche und das Frühstück nachholen. Nach einer kurzen Expedition zum verfallenen Turm und dem kleinen Leuchtturm setzte ich meine Reise in Richtung Osten fort. Unterwegs bei einer GPL Tankstelle noch die Gasflasche füllen und dann eben auf Stellplatz Suche gehen. Beim Hafen von Troppeto soll es eine Möglichkeit geben, aber da war kaum platz für 2 kleine Fiats. Und dafür habe ich mich durch die sehr engen Gassen des Ortes gequetscht, na man kann nicht immer gewinnen. Doch dann am Dorfausgang ein grosser Parkplatz mit einer Wiese davor, das sieht doch gut aus. Tatsächlich ein schöner Platz mit Aussicht, wenn die Leute nur nicht überall ihren Müll hinschmeissen würden. Heute Morgen bei dem Turm habe ich einen Italiener beobachtet wie er am „Entsorgen“ war, eine Riesen Sauerei, vor allem weil keine 500 m davor mindestens 8 Müllcontainer standen. Durch die frühe Tagwacht bin ich ja schon zeitig am SP, da kommt doch ein Mittagsschläfchen genau richtig. SP auf der Wiese; N 038°04’21.5“ E 013°02’56.4“, Km 78, Wetter sehr schön, über 20° aber immer noch windig. .
2. April 2015 Trappeto - Oliveri Mein WOMO soll mich weiter nach Osten bringen. Ein paar haarsträubende Dorfdurchfahrten stehen mir bevor, meine Navi-Tante schickt mich jedes mal in die engsten Gassen, bis es mir reicht, am Dorfeingang fahre ich fortan rechts ab und versuche das Dorf so zu umfahren, klappt doch, fast immer, einmal lande ich 2 m von der Hauptstrasse weg, aber da ist eine Leitplanke, die kennt die gute Tante nicht, also zurück und neu suchen. Doch nun liegt Palermo voraus, also Autobahn und Tangentiale, klappt auch ganz gut, doch viel Stop und Go, wegen roten Ampeln und Baustellen. Doch auch das ist irgendwann überstanden und ich fahre zurück auf die Küstenstrasse. Hier gibt es viele Kurven aber doch schön zu befahren. Abwechselnd mal links oder rechts verläuft die Bahn, ich sehe allerdings auf der ganzen Strecke keinen Zug. Bei Castel di Tusa sehe ich mir den CP an, seit gestern offen, aber niemand da, zum Glück bin ich da zu Fuss reingegangen, wenden fast unmöglich, zudem steil und mit Querrinnen, sicher hätte ich da hinten aufgesetzt, also weiterfahren. Auch der nächste SP ist nicht gerade als toll zu bezeichnen, es geht weiter. In Oliveri/Martinello gibt es einen Campingplatz, für Ostern also sicher eine gute Wahl. Doch 10 Km vor dem Ziel taucht da ein Schild auf „Strasse gesperrt“ ohne Vorwarnung oder Umleitung. Da kommt jemand daher den ich fragen kann. Ja ich könnte da ins Dorf reinfahren und ein Stück zurück sei eine Einfahrt auf die Autobahn, mir bleibt wohl nichts anderes übrig. Eine Einfahrt weiter bezahle ich € 0.70 und kann wieder auf die Küstenstrasse einen Km zurück und schon bin ich in Oliveri. Der CP ist das ganze Jahr offen aber ein Teil des Platzes ist noch zu, ebenso das Restaurant, das soll aber Morgen öffnen. Ich checke ein, leere erst mal meine WC-Cassette und suche mir einen Platz. Es gibt nur 2 oder 3 mit Meersicht, alle sind noch frei, toll. Strom anschliessen und erst mal Pause machen. Es sind etwa 10 WOMO’s da, ein Italiener, ein Schwede, der Rest aus Deutschland. Das geschlossene Restaurant stört mich heute weniger, ich habe seit Gestern Durchfall und so gibt es nur eine Haferkern-Suppe und Jogurt. CP Villaggio Marinello: N 038°07’56“ E 015°03’16“, Km 253, Wetter bewölkt 19°, wenig Wind. .
3. April 2015 Oliveri Ruhetag . Karfreitag, da ich keine Eier färben muss beschäftige ich mich nach dem Frühstück erst mal um meine schmutzige Wäsche. Ich finde keine Waschmaschine also reduziere ich erst mal auf das Wichtigste, den Schlafanzug, T-Shirts und ein paar Unterhosen, Handwäsche heisst das Zauberwort. Natürlich gibt es bei den Waschbecken kein Warmwasser, also wasche ich im WOMO und spühle dann im Sanitärgebäude. Nach dem 2. Durchgang habe ich die Nase voll, Abbruch der Übung. Heute Morgen fielen ja noch ein paar Tropfen, doch bei 11:00 klart es auf und es gibt blauen Himmel und viel Sonne. Da kommt doch der Liegestuhl zum Einsatz. Internet soll auf dem ganzen Platz verfügbar sein, aber leider scheint die nächste Antenne tot zu sein, ich reise mit dem Laptop los zur nächsten, doch obwohl ich mich direkt darunter befinde nur sehr schwaches Netz, browsen wird so zum Geduldsspiel.
4. April 2015 Oliveri Ruhetag .Heute wieder schönes Wetter, auf dem CP treffen immer wieder neue Gäste ein unter anderen auch 2 italienische WOMO’s mit Anhängern auf denen sie ihre Quads transportieren, das verspricht schon mal nichts Gutes. Erst kläfft der Hund ohne Unterbruch, dann schreiende Kinder und zuletzt laden sie ihre Quads ab und machen ihre Probefahrten, natürlich auf den engen Zufahrten zu den Stellplätzen, wenn man gedacht hat das sei es nun wohl, fangen sie von vorne an, nur diesmal laden sie auch noch die grölende Kindermeute auf, der Horror, einige Deutsche beschweren sich, aber das tut der guten Stimmung der Italiener kein Abbruch. Meine 2 entfernteren Italiener diskutieren natürlich auch lauthals von einem WOMO zum anderen oder auch wenn sie davor sitzen kann man die lebhafte Diskusion gut mitverfolgen. Doch da kommt ein weiteres WOMO und stellt sich neben mich, die perfekte Geräuschdämmung. Bei dem Neuankömmling handelt es sich um den Peter DU von den Sternen. Nun beschwert er sich über die lauten Nachbarn. Rechtzeitig fange ich mit dem Kochen an, ich will eine Hackbraten machen und der muss ja ein wenig stehen gelassen werden, bevor man ihn in die Pfanne gibt. Als Markknochen dienen mir 2 Kalbshaxen, die ja gleich mitkochen kann, so habe ich 2 Menüs in einem Kochdurchgang, den Rosmarin zur Geschmacksverstärkung gibt es in rauen Mengen direkt vor dem WOMO. Als Beilage gibt es dazu Kartoffelstock, einfach wunderbar, der Abend ist gerettet. Wetter schön, über 20°
5. April 2015 Oliveri Ruhetag Ein wenig putzen, aufräumen aber hauptsächlich im Campingsessel die Sonne geniessen. Dann kommt mein Nachbar Peter DU dazu und ich gebe ihm ein paar Tips für seine Weiterreise in Richtung Westen, ursprünglich wollte er ja von Palermo in Richtung Süden abbiegen, ohne dabei das spektakuläre Kap Vito zu besuchen, er wollte sich das überlegen. Zum Nachtessen verabredeten wir uns ins Restaurant, eine weitere Single-Fahrerin wollte auch noch dazu stossen. Es wurde ein schöner Abend, die Wirtsleute hatten schon Angst wir würden überhaupt nicht mehr gehen.
6. April 2015 Oliveri - Milazzo Heute Morgen früh fing es zu regnen an, richtiges Aprilwetter, alles von Regen über windig und Sonnenschein. Auf dem CP herrscht Aufbruch-Stimmung, einige Italiener aber auch Brigitte und Peter wollen weiter, sie allerdings nach Westen, ich nach Osten. Entsorgung kein Problem aber bis ich die fehlenden 100 Liter Wasser aus diesem Tropfhahn in meinem Tank hatte, war schon eine Sysiphus Arbeit. Nun noch Auschecken und die Strasse ruft. In jedem Dorf Stau, die meisten Läden haben offen und die feine italienische Art einfach quer vor dem Laden zu parken und das auf beiden Seiten der engen Strassen hilft natürlich dem Verkehrsfluss nicht unbedingt. Doch die Strecke die ich für heute fahren will ist ja nicht so lang und wir haben ja Zeit. In Milazzo am Hafen herrscht sehr reges Treiben, scheinbar wollen heute alle auf die Liparischen Inseln, Fähren, Ausflugsboote und ein Tragflügelboot sind unterwegs. Ich komme zu dem angepeilten Parkplatz, nur um zu finden, dass da ein grosses Campingberbots-Schild steht. Der Platz war so wieso nichts Besonderes. Ich fahre weiter zum Leuchtturm am Kap, ich erinnere mich da beim letzten Besuch da grosse Parkplätze gesehen zu haben und sonst wäre ja da immer noch der Campingplatz wo wir 2008 übernachtet haben. Vor dem CP stehen dann auch schon 2 WOMO’s zum einchecken, also erst mal weiter zum Kap, zur Zeit scheint gerade mal die Sonne und man kann die Liparischen Inseln doch recht gut erkennen. Das Tor zum Leuchtturm ist zu aber ein kleiner Weg führt neban zum anderen Teil des Kap’s. Die riesigen Kakteen entlang dem Weg beieindrucken mich wie beim letzten mal. Von meinem Ausflug zurück suche ich mir nun einen Parkplatz wo ich bleiben kann, und werde fündig hinter einer Mauer, der böige Wind wird dadurch recht gut abgelenkt. Die Polizei hat ihren Kontroll-Gang auch schon gemacht, ich nehme an hier keine Probleme zu haben. SP am Capo di Milazzo: N 038°15’55.0“ E 015°14’15.9“, Km 37, Aprilwetter, Sonne und Regen gemischt 17°.
7. April 2015 Milazzo - Ferruzzano Der Tag des Abschieds von Sizilien ist gekommen, heute geht es zurück auf’s Festland. Doch zuerst will ich noch das letzte Kap bei Sparta umfahren. Das entpuppt sich bald als keine so gute Idee. Die vielen Dörfer sind nach den Feiertagen völlig zu geparkt, alles muss Einkaufen und dabei stellt man eben auch mal das Auto quer vor den Laden. Ich folge einem LKW mit einem nicht zu überhörenden Horn, aber auch das bringt die guten Leute nicht aus der Ruhe, immer wieder 10 Min. warten bis der idiotische Besitzer seinen Wagen aus der Fahrbahn fährt. Die Carabinieri stehen nur nutzlos herum und schauen dem wilden Treiben zu. So geht es fast bis Sparta, dann klärt sich die Situation einigermassen. Von da an ist die Strasse dann auch wirklich sehenswert. Vor Messina dann auch der übliche Stau, doch als ich auf die Abzweigung zur Fähre fahren will stehen auch da die Autos in 4 Kollonnen und nichts geht mehr. Nach 30 Min kommt etwas Bewegung in die Sache, aber nur für 100 Meter, dann ist wieder alles ruhig. Wenn ich an die Überfahrt denke wie flott es da zuging, musste ich mir sagen es wäre wohl einen Tag später besser gewesen, nicht die ganzen Leute vom Oster Verkehr. Nach einer Stunde bin ich dann in der Nähe des Ticket-Häuschens, aber da sind alle Parkplätze voll. Aber es bewegt sich ja sowieso nichts, also Wagen stehen lassen in der 4 Spurigen Schlange und Ticket holen. Klappt wunderbar. Als ich endlich 3 oder 4 Wagen vor der Schranke ankomme geht diese zu, die Fähre ist voll aber die nächste viel grössere kommt soeben an. Es wird zügig entladen und dann geht es endlich an Bord, sogar die Poole Position gibt es für mich, was will man mehr. So bin ich auch schnell wieder von der Fähre runter und kann meinen Weg in den untersten Zipfel von Kalabrien unter die Räder nehmen. Doch halt, da blinkt ein Lidl Schild am Wegerand, der Kühlschrank will ja auch wieder mal gefüttert werden. So bestens ausgerüstet fahre ich der Küstenstrasse entlang zu meinem ausgewählten Stellplatz. Der soll direkt hinter der Bahnlinie am Strand liegen. Der Platz ist riesig, es stehen schon etwa 12 WOMO’s da, so wie es aussieht sind auch einige Überwinterer dabei, mit all dem was sie um ihr WOMO rumstehen haben. Die Bahn fährt sehr selten und auch auf der Strasse ohne Durchfahrt ist sehr wenig los. SP am Strand: N 038°00’44.0“ E 016°07’55.7“, Km 145, Wetter sehr schön, knapp 20°.
 Sizilien 2. Teil Heimreise Sizilien 2. Teil Heimreise
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