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2015 Reise nach SIZILIEN

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12.März 2015, Neuchâtel zum Simplon Pass
13. März 2015 Simplon Pass - Montemarcello Meine Heizung ist wohl die Nacht durchgelaufen, Eiszapfen am Kamin und am Boden ein Stalaktit aus Eis. Es ist noch -4.5° als ich aufstehe und mir Frühstück mache. Die ersten Touren-Ski-Fahrer sind dabei die Skis vorzubereiten um dann den Hang zu erstürmen. Ich fahre dann auch los, das Getriebe ruckelt noch ein wenig, das Öl wird wohl dickflüssig wie Honig sein. Ich muss wohl oder übel erst zwei-drei Minuten warm laufen lassen. Noch ein paar Fotos von der winterlichen Traumlandschaft dann geht es talwärts. In Domodossola will ich noch meinen Kühlschrank auffüllen, Fleisch, Wurst und Salat sind rar geworden, doch der Supermarkt hat alles was das Herz begehrt. Zum Glück gibt es wenig Verkehr die Baustellen sind einfach überall. Auch auf der Autobahn schiessen sie wie Pilze aus dem Boden. Eigentlich wollte ich ja heute nur bis in die Gegend von Alessandria fahren, aber da ich ja schon um die Mittagszeit da war, fuhr ich eben weiter. Links und rechts der Autobahn sind die Reisfelder bereit für den Anbau, sobald es wärmer wird, kann angepflanzt werden. Doch nach den Reisfeldern kommen bald die Hügel und damit die 1001 Tunnels vor Genua und das hört ja nicht auf bis Rapallo. Nun fahre ich von der Autobahn ab und folge der Küstenstrasse, ich will ja hier irgendwo einen Stellplatz für die Nacht finden. Dabei kommt mir der Zufall zu Hilfe, als das WOMO am Strassenrand parke, kommen zwei Männer daher und fragen mich ob sie mich auf das Foto bannen sollen, ich antwortete nein Danke aber vielleicht wüssten sie in der Umgebung einen SP für die Nacht. Beide (übrigens es waren nicht etwa Italiener sondern dem Dialekt nach wohl Kanadier) antworteten gleichzeitig, ja da in 5 Km Entfernung gebe es ein Dorf auf einem Hügel, da stehen scheinbar öfters WOMO’s, na dann nichts wie hin. Es ist zwar nur ein ganz normaler Parkplatz mit schöner Aussicht, aber von der freien Poolposition die frei war habe ich schöne Sicht auf die Berge im Hintergrund und die Strasse scheint auch nicht sehr stark ausgelastet zu sein, mal sehen. Nun geht es aber erst einmal ans Kochen, ich habe verschiedene Lammteile gekauft, Rippen und Schlegel, mal sehen was daraus wird, es duftet jedenfalls schon köstlich beim brutzeln in der Rotwein Sauce. So war es dann auch, zur Vorspeise gab es frischen italienischen Spargel, leider nur die obere Hälfte wunderbar, von der Mitte an reine Holzstäbe, als Hauptgang eben das wunderbare Lammfleisch mit Kartoffelstock, den Koch behalten wir, da kann man nicht meckern. SP Dorfparkplatz: N 044°02’36.2“ E 009°58’02.2“, Km 397, Wetter wunderbar blauer Himmel, warm bis zu 18°, Nacht 10°
12.Januar 2020 , Grottamare - Capoiale
Es geht immer der Küste entlang nach Süden.
13. Januar 2020, Capoiale - Manfredonia
Der Gargano, eine meiner Lieblingsgegenden in Italien, hier gibt es wunderbares Olivenöl und natürlich zauberhafte Landschaften. Die Kreidefelsen von Vieste sind ein Touristen Magnet, zum Glück zu dieser Jahreszeit ist es sehr still in dieser Gegend und alles ist geschlossen. Ich will heute mal ausnahmsweise auf den Campingplatz in Manfredonia, hier habe ich das letzte Mal im Restaurant sehr gut und preiswert gegessen. Also nichts wie hin, doch der CP ist offen, alles Deutsche und Österreicher die hier überwintern, aber das Restaurant ist geschlossen, so eine Enttäuschung.
14. Januar 2020, Manfredonia - San Cataldo
Immer weiter in Richtung Süden. Erst geht es durch die Lagunen rund um Foggia, es gibt ein paar wenige Flamingos da, doch der Hauptgrund hier zu sein sind die Käsereien, diese stellen den echten Büffel-Mozzarella her, ich decke mich schon mal mit dieser leckeren Spezialität ein. Bei Bari bleibe ich auf der Umfahrung, ich kenne Bari noch von meiner Arbeit und habe keine Lust mich ins Getümmel zu begeben. Auch in Lecce bleibe auf der Tangentialenvon da Richtung Otranto, da habe ich vor einiger Zeit mal an einem sehr ruhigen Platz direkt am Meer gestanden, und den Fischern zugeschaut. Diese hatten eine ganz spezielle Fangmethode entwickelt, auf einem kleinen Floss war die Angelleine befestigt. Das wurde nun an einer Schnur treibend losgelassen um nach einer gewissen Zeit wieder einzuholen. Doch der Zugang zum Meer ist versperrt, nur noch ein kleiner Platz vorne an der Strasse ist benutzbar, leider keine Alternative, ich sehe mich beim Leuchtturm um und werde fündig.
15. Januar 2020, San Cataldo - Torre Mozza
Heute morgen werde ich von Fischern geweckt, es sind zwar nur 3 aber die lautstarke Unterhaltung lässt eher auf ein Dutzend schliessen, egal, also Frühstück und weiter nach Süden, diese Strasse dem Meer entlang ist zwar manchmal recht schmal, aber es gibt wenig Verkehr und die Aussicht ist einfach fantastisch. Steile Klippen wechseln mit kleinen Stränden ab, leider wenig Möglichkeiten zum Übernachten. Ich will Heute bis in den Absatz des Stiefels kommen, mal sehen wie sich die Gegend hier verändert hat, früher haben wir ja ein paar mal hier in der Gegend Urlaub gemacht.
Mein Übernachtungsplatz in Torre Mozza
16. Januar 2020, Torre Mozza - Campomarina
Wieder einmal werde ich durch lautes Gezeter geweckt, ich wusste gar nicht, dass die Italiener solche Frühaufsteher sind. Mit kleinen Baggern sind sie dabei den Sand vom Parkplatz zurück zum Strand zu befördern, eine Arbeit die ihnen wohl nie ausgeht. Ich will ja weiter, die Gegend von Torre s. Giovanni, Aliste und Mancaverse besichtigen, wo wir früher die Urlaube verbracht haben. Unser Freund Rafaele ist ja vor Weihnachten verstorben, aber seine Familie lebt noch da. In Torre S. Giovanni haben wir oft am Strand mit Windsurfen, Opti-Segeln und Baden verbracht, mal sehen ob ich noch was erkenne. Das Haus von Rafaele finde ich nicht mehr, es wurde sehr viel in der Gegend gebaut, aber das Haus seiner Mutter und Schwester finde ich, aber die Familie lebt ja in der Winterzeit in der Stadt Taviano. Hier ist es wieder einmal sehr windig, ich fahre also weiter in Richtung Gallipoli. Die Strasse dem Meer entlang ist für jeglichen Verkehr gesperrt, also Inland auf die Umfahrungsstrasse. Die Stadt war schon bei meinem letzten Besuch für WOMO's gesperrt, macht nichts, ich fahre weiter in Richtung Porto Cesareo. Auf der Strasse dem Meer entlang haben wir doch da früher sehr gute Miesmuscheln gegessen, doch auch die Strasse ist für den Durchgangs Verkehr gesperrt. In Porto Cesario habe ich das letzte Mal übernachtet, direkt auf einem Felsen, doch die Idee verwerfe ich schnell, der Wind kommt da mit voller Wucht an, muss wohl weiterfahren. In Campomarina soll es einen schönen SP geben, also weiter durch die wilden Dünen, wo man auch bei ruhigem Wetter stehen könnte. Der SP erweist sich wirklich als schöner, sauberer Platz, nicht am Meer, daher viel weniger Wind.
17. bis 19, Januar 2020, Campomarina - Marina di Pisticci, Ruhetag Pisticci
Der Platz ist ja wirklich sehr ruhig, ich will eigentlich gar nicht aus den Federn, aber ich will ja weiter. In Taranto dann das übliche Chaos, sofort verwerfe ich meine Idee hier einzukaufen, doch am Stadtrand werde ich fündig, das Wochenende kann also kommen. Nach Taranto geht es auf einer Schnellstrasse weiter, nur die Bahn fährt hier der Küste entlang. Auf einer Stichstrasse geht es dann runter zur Küste. Den Stellplatz kenne ich von meinem letzten Besuch, es gibt da seit Jahren Verbotsschilder, aber im Winter ist das kein Problem, die Polizei kommt auch vorbei, aber sie grüssen freundlich, das war's dann. Es stehen auch schon etliche WOMO's da, aber der Strand ist lang und es gibt genügend platz für alle. Ich stelle mich ans Ende der Strasse in die Nähe der Fischerhütten, hier habe ich das letzte Mal leckeren Fisch und Tintenfisch gekauft, mal sehen ob es da was zu holen gibt. Tatsächlich kommt nach kurzer Zeit ein Fischerboot angerauscht, mit uralter Technik einer völlig verrosteten Wind wird das Boot auf's Land gezogen. Der Fang ist zwar nicht üppig, aber für mich reichen ein paar Tintenfische und Fische, einer schenkt er mir sogar noch, da muss ich doch gleich ein leckeres Fischgericht zubereiten. Der Katze schmeckt es auch, kein Grat bleibt übrig, im Gegensatz sieht es bei den Leuten leider nicht so toll aus
Es gefällt mir hier, als bleibe ich schon mal übers Wochenende hier, der Strand lädt ja zum Erkunden ein, zudem kann man ja schön Sonnenbaden, die Temperatur steigt, schön bis 17°.
20. Januar 2020, Marina di Pisticci - Ciro Marina
Es geht weiter, ich bin auf der Suche nach Wasser, mein Tank ist nach dem vielen Freistehen nun doch bald leer. Bei einer Tankstelle werde ich fündig, der Kühlschrank ist auch wieder voll, das Abenteuer kann also weiter gehen. Die Strasse verläuft sehr oft weg von der Küste, es gibt zwar immer wieder Stichstrassen die in die verschiedenen Lido's runter gehen. Ich sehe mir mögliche Plätze an, aber der grosse Kracher ist nicht dabei. Erst nach Crucioli Toretta gibt es eine Abzweigung nach Ute. Alice, sehen wir uns mal an. Tatsächlich auf einer Klippe steht ein Kloster mit Ausgrabungen und viel Parkplatz, da bleibe ich, im Laufe des Abends kommen Kühe vorbei, kein Problem, doch der Wind frischt wieder auf, auf der Klippe wird es da schnell ungemütlich, ich verziehe mich hinter die Klostermauer, da kann man ruhig schlafen. Bei dem Wetter kommt so ein Raclette wie gerufen, so kann man es sich gut gehen lassen.
21. Januar 2020, Ciro Marina - Ardore
Heute will ich wieder ein grösseres Stück fahren, es gäbe zwar Möglichkeiten unterwegs, aber ich will doch bald mal Sizilien erreichen. Ich bleibe also auf der SS-106 in Richtung Süden. Vorbei an Crotone, Soverato und Siderno. Bei Ardore Marina fahre ich über die Bahnlinie und die sehr enge Gasse zum Meer, doch da haben andere scheinbar die selbe Idee gehabt, der Platz hinten wo es ein paar Grünflächen hat ist völlig zugeparkt, das sind keine Durchreisende sondern Überwinterer, die wohl schon eine halbe Ewigkeit hier stehen, der Grund, es gibt hier Wasser und Entsorgung, zudem sind im Dorf einige Einkaufs-Möglichkeiten. Egal ich entsorge erst mal, Wasser auffüllen und dann weiter vorne in die Schlange einreihen. Ein wenig später kommt noch ein Schwede, so füllt sich auch die Promenade. Nicht wirklich ein Traumplatz.
22. Januar 2020, Ardore - Messina, auf nach Sizilien
Zeitig bin ich unterwegs, eigentlich wollte ich noch in Lazzaro übernachten, aber ich bin ja früh dran, so fahre ich weiter, Sizilien ist ja schon in Sichtweite. Also weiter durch Reggio di Calabria durch, nach Villa San Giovanni und auf die Fähre. Das klappt recht gut, zwar gibt es viel Verkehr aber keine Staus. Die Zufahrt zur Fähre ist gut ausgeschildert, sogar mein Garmin kennt diesmal die Strecke. Da ein Zollhäuschen, Ticketverkauf auch mit Kreditkarte kein Problem. Doch die Weiterfahrt um die 7 Ecken hat es in sich. Doch da steht auch schon die Fähre keine 10 Minuten und ich bin auf der Fähre, super. Aussteigen und an die frische Luft, und es ist frisch, der Wind pfeift durch die Strasse von Messina. Nur im Windschatten kann man es aushalten, sonst ist es recht ungemütlich.
Flucht quer durch Italien wegen Corona auf nach Griechenland 8. März 2020, Seccagrande - Marina di Sibari
Ich habe mich entschlossen, die Flucht nach vorne anzutreten. Da ja die Schreckensmeldungen nich abreissen, will ich doch so schnell als möglich Sizilien und auch Italien zu verlassen. Früh mache ich mich auf den Weg nach Messina. Von Palermo aus mit der Fähre nach Genua erschien mir nicht als gute Option, da der Weg nach Frankreich ja möglicherweise geschlossen werden könnte. Als Messina und mit der Fähre aufs Festland. Entgegen meiner normalen Art zu reisen, fuhr ich auf die Autobahn um möglichst schnell voranzukommen. Das ging dann auch recht gut, ausser in Caltanisetta, da war ein Tunnel gesperrt und so musste man durch die Stadt irren, meine beiden Navis wollten mich immer wieder zu diesem Tunnel leiten. Der Ätna zeigt sich nicht, alles Wolkenverhangen und die schwarzen Wolken verhiessen nichts gutes. Kurz vor Messina dann Wolkenbruch, wie aus Kübeln goss es runter, und das ganze Wasser sammelte sich auch auf der Strasse, langsam Fahrt war angesagt. Ich fand den Weg zum Fährterminal recht gut, weil Sonntag wahrscheinlich auch weniger Verkehr in der Stadt herrscht. Am Terminal ein Ticket besorgen und 20Min später fuhren wir schon los. In Villa San Giovanni fuhr ich wieder auf die Autobahn in Richtung Salerno um dann aber nach Taranto abzuzweigen. Nach fast 600Km hatte ich aber dann doch die Schnauze voll und fuhr ans Meer runter. Der Strand von Marina di Sibari war mein erstes Ziel. Einige Fischer und Spaziergänger da, alles voll vermüllt und der Weg zum Parkplatz wegen Bauarbeiten gesperrt. Da im Sand stehen bei der Nässe war nicht so mein Ding, aber am Hafen wurden noch einige Parkplätze angezeigt. Nichts wie hin. Da war zwar keine Meersicht, aber ich war müde und zum Schlafen brauche ich ja keine Meersicht. Der Platz war ausgesprochen ruhig, absolut kein Verkehr.
9. März 2020, Marina di Sibari - Brindisi zur Fähre nach Griechenland
Es ging wieder früh los heute Morgen, die Fähre in Brindisi fuhr ja um 13:00 und ich hatte noch kein Ticket. Also wieder auf dem schnellsten Weg weiter nach Taranto und Brindisi. Die Umfahrung von Taranto ist ja recht weit ausserhalb der Stadt, alles lief flüssig. In Brindisi war die Ausfahrt zum Hafen erst recht gut beschildert, doch dann im Industriegebiet fehlten die Schilder, also einfach den vielen LKW's nachfahren. Da war dann auch schon der riesige Parkplatz, übervoll mit Sattelschleppern. Ganz am Ende das Terminal. Etliche Schlangen standen da, alle mit Zetteln in der Hand, es war nicht wirklich klar wo für LKW und PKW angestanden wurde. Als ich dran war, meinte die Frau hinter der Scheibe mit Gesichtsmaske und Handschuhen ich müsse erst das Formular ausfüllen um einTicket kaufen zu könne. Darin musste man bestätigen, dass man sich gesund fühle und kein Fieber hätte. Der ganze Ablauf war dann doch recht kompliziert, die Frau konnte man mit ihrer Maske kaum verstehen. Die Fahrzeugpapiere und die ID Karte musste ich gegen die Scheibe halten, einzig die Kreditkarte für die Bezahlung hat sie dann wohl doch anfassen müssen. So gerüstet konnte ich gleich als Erster in den Warteraum für PKW's fahren. Nun wurden erst mal die LKW's verladen, Hunderte davon. Die letzten mussten dann vor der Rampe drehen und rückwärts auf die Fähre fahren, diese hat keine Lade Luke vorne, sondern nur eine Heckklappe. Eine Viertelstunde vor Abfahrt waren wir dran, ein WOMO und etliche Kleinbusse, die meisten aus Rumänien.
Gegen Mittag ging es nun endlich wieder los, nachdem ich erst noch ein paar wichtige Dinge erledigen musste. Auf der Autobahn nach Lausanne war um diese Zeit wenig los und so blieb es bis Autobahnende. Visp war wie üblich verstopft, aber man hat ja Zeit. Die Fahrt durchs Wallis ist immer wieder schön, obwohl es heute recht windig war und man sich gut am Steuer festhalten musste. Doch auf der Simplon Strecke waren mehrere Baustellen, mit Ampeln oder von Bauarbeitern geregelt, längere Wartezeiten. Aber auch nach den Baustellen ging es nur schleppend voran, diese LKW’s vor allem aus dem Osten sind einfach nicht für die Berge geeignet und so geht es nach jeder Ampel mit 20 bis 30 Kmh voran. Oben angekommen dann die grosse Schneemauer, eindrücklich wie viel Schnee hier auf 2005 M NN noch liegt. Aber die Sonne brennt schon richtig warm, auf den Stühlen des geschlossenen Hotels kann man die Sonne geniessen. Doch schnell kühlt es ab und man ist froh wenn man in die „warme Stube“ kann. Die Sternen-Nacht ist immer wieder ein Erlebnis hier oben, nirgendwo Lichtquellen nur die stark funkelnden Sterne in der klaren Nacht. SP Simplon Pass; N 046°15’01.6“ E 008°02’03.6“ Km 234, Wetter sehr schön im Wallis 14°, auf 2000m 6°, Nacht -4°.
14. März 2015 Montemarcello – Sant Agostino
Heute Morgen ist es bewölkt, dichte Wolkendecke aber es ist mit über 10° doch recht angenehm. Nach einer ruhigen Nacht und einem ausgiebigen Frühstück konnte meine Reise weitergehen. Auf einer Raststätte konnte ich auch meine Toiletten-Kassette leeren und Wasser und Diesel nachfüllen, wir sind also fürs freistehen gewappnet. Ich fahre wieder auf die Autobahn bis nach Livorno, Carrara und Pisa lasse ich links liegen, ich war ja früher schon öfters in der Gegend. Den schiefen Turm kann man ja sogar von der Autobahn sehen. Unverweigerlich musste ich Lachen als ich ihn sah, als wir damals mit Olivia da waren, sah sie sich den Turm an und meinte: „Papa, auf diesen schrägen Turm gehen wir jedenfalls nicht rauf, sonst kippt der noch um“. Was er jedenfalls nach all den Jahren nicht gemacht hat. Es hat sehr wenig Verkehr heute, absolut keine LKW’s, ganz ungewohnt für Italien. Nur die Strasse um Grosseto herum hat sich leider auch nicht von selbst repariert, ganz schlimm die vielen Schlaglöcher, es gibt zwar immer wieder Baustellen aber da wird nur das nötigste geflickt. In einer dieser Baustellen meint meine Navi-Tante ich müsste nun rechts abbegen, kein Wegweiser und eine sehr enge Abfahrt, heute folgen wir ihr mal, es geht durch ein paar kleine Dörfer, dann sind wir am Meer. Hier sollte ich rechts abbiegen, doch da ist keine Strasse, nur Felsen. Ich steige aus um die Situation zu klären, da sehe ich nördlich von diesen Felsen Windsurfer und Kiter, der Stell- Platz soll ja für diese Gruppe sein. Ich fahre ein Stück zurück und finde auch eine Abzweigung die in einem Sandweg weiterführt, langsam kommen wir der Sache näher, da stehen jede Menge Autos mit Surfbrettern beladen und ein WOMO, ich frage den Besitzer ob man hier wirklich übernachten dürfte, kein Problem, ich stellte mich also dazu hinter der Düne mit Blick auf den Strand, toller Platz. SP Sant Agostino in den Dünen: N 042°10’30.1“ E 011°44’11.7“, Km 320, Wetter wolkig, zwischendurch Aufhellungen, 16°
15. März 2015 Sant Agostino - Paestum
Durch das Rauschen der Wellen geweckt werden ist doch auch wieder einmal schön. So geht es recht zeitig los, immer weiter in Richtung Süden. Da es leicht anfängt zu regnen, beschliesse ich auf die Autobahn zu fahren mit fotografieren ist doch nichts zu machen. Es hat mehr Verkehr als Gestern, natürlich auch weil ich in die Nähe von Rom und später Neapel komme. Die Strasse beim Flughafen Rom ist auch immer noch gleich voller Löcher wie vor Jahren. Bei einer Tankstelle will ich noch meine Gasflasche füllen. Erst reklamiert der Tankwart weil ich über den Innenanschluss füllen will, er sieht sich kurz um, dann füllt er trotzdem, er meinte das sei nicht rechtens, der Betrag ist € 9.30 für 14 Liter, er verlangt € 14, gibt mir aber auf den € 20 Schein nur € 5.00 zurück, als ich ihm auf der Säule den Betrag in Euro zeige, gibt er mir einen weitern € 5er, meint dann noch frech der Rest sei für seinen Kaffee, auch hier sieht man, die italienischen Tankwarte haben ihre Gewohnheiten die Touristen über den Tisch zu ziehen nicht verlernt. Vor Paestum fahre ich ab der Autobahn, ich will ja zu den Ausgrabungen, doch wie so oft stimmen die Koordinaten im Camping-Führer überhaupt nicht, da wo er sein sollte ist nichts. Der zweite Platz da ist in einer Senke und direkt an der Strasse, also auch nichts, bleibt noch der Platz direkt beim Eingang zu den Ausgrabungen, doch hier stört vor allem der Preis, € 24.00 für einen SP ohne Strom, Duschen oder Sanitär auf gestampfter Erde, das ist dann doch übertrieben, kurz entschlossen fuhr ich ans Meer runter, der Weg war zwar eine echt Zumutung, Löcher und Bodenwellen in der Sandpiste, da stehe ich nun am Strand mit Aussicht auf die ganze Bucht für € 0.00. Im Sommer ist hier sicher viel los, aber zu dieser Jahreszeit ist noch alles geschlossen. SP Parkplatz am Strand; N 040°26’59.1“ E 014°57’59.2“ Km 404 , Wetter etwas regnerisch, 16°